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6 Planungsfehler bei der Elektroinstallation – und wie Bauherren sie vermeiden

Zu wenige Steckdosen, fehlende Leerrohre, unzureichender Schutz: Die Initiative ELEKTRO+ zeigt, welche Planungsfehler Bauherren und Modernisierer vermeiden sollten, damit die Elektroinstallation zum Alltag passt und spätere Erweiterungen einfacher mö

Nach Neubau oder umfassender Renovierung ist die Freude groß, wenn Wände verputzt sind und Möbel stehen. Doch erst dann fällt vielen auf: Am Sofa fehlt eine Steckdose, im Homeoffice der Netzwerkanschluss und für die Wallbox ein vorbereiteter Leitungsweg. Wer Kabel neu ziehen, Wände verputzen und streichen lassen muss, trägt Mehrkosten, die sich durch sorgfältige Planung häufig vermeiden lassen. Die Initiative Elektro+ nennt sechs typische Fehler und erklärt, wie Bauherren und Modernisierer sie umgehen.

Fehler 1: Zu wenige Steckdosen
„Viele Bauherren orientieren sich am Mindestmaß für Steckdosen, obwohl heute mehr Geräte zusammenkommen als früher“, beschreibt Stefan Riemensperger, Experte der Initiative Elektro+, die Ausgangssituation. „Fehlt eine Steckdose in unmittelbarer Nähe, nutzen Hausbewohner häufig Verlängerungskabel oder Mehrfachsteckdosen. Abgesehen von der Optik in der neuen, schicken Wohnung sind herumliegende Kabel eine Stolperfalle. Werden daran zu viele oder zu leistungsstarke Geräte betrieben, kann es zu einer Überlastung der Steckdosenleiste kommen, im schlimmsten Fall sogar zu einem Brand.“ Wie viele Steckdosen sinnvoll sind, beschreibt die Richtlinie RAL-RG 678 mit drei Ausstattungsstufen: Ein Stern steht für die Mindestausstattung nach DIN 18015-2, der Norm für Elektroanlagen in Wohngebäuden, zwei Sterne für die Standard-, drei für die Komfortausstattung. Für ein zukunftsfähiges Eigenheim empfiehlt die Initiative mindestens die Standardausstattung. Hilfreich ist ein Möbelgrundriss: Wer weiß, wo Bett, Sofa und Schreibtisch stehen, setzt Steckdosen und Schalter dort, wo sie gebraucht werden.

Fehler 2: Der Zählerschrank – das ungeliebte Kellermobiliar
Der Zählerschrank hängt meist unscheinbar im Keller und findet wenig Beachtung, ist aber das Herz des elektrischen Hauses. In ihm sitzen Zähler, Sicherungen und Verteiler, und von hier aus wird Energie zu Verbrauchern wie Elektroherd, Licht oder Computer geleitet. Mit der Energiewende halten Wärmepumpen, Solaranlagen und Elektroautos samt Wallbox Einzug, und all diese Techniken werden im Zählerschrank mit dem Haus verbunden. Je nach Ausstattung kommen zusätzliche Zähler-, Schutz-, Steuer- oder Kommunikationseinrichtungen hinzu. Wer hier spart und keine Reserven lässt, muss unter Umständen den kompletten Schrank austauschen, denn die neue Technik braucht samt Batteriespeicher, Smart-Home-Steuerung und den vom Netzbetreiber vorgeschriebenen Komponenten Platz. Das verursacht hohe Kosten für Bauherren. Vorausschauende Planung mit Reserven zahlt sich daher aus. Riemensperger empfiehlt: „Der mögliche Ausbau sollte beim Zählerschrank gleich mitgedacht werden. Eine Platzreserve von mindestens 20 Prozent allein genügt unter Umständen nicht, denn manche Komponenten müssen an einem bestimmten Platz im Schrank sitzen.“

Fehler 3: Datennetz und Smart Home ohne Konzept
Ein schneller Internetanschluss sorgt nicht überall im Haus für eine gute Verbindung. Wird ein Zimmer zum Homeoffice oder kommt der Fernseher an eine andere Wand, fehlt schnell ein Netzwerkanschluss, und nachträgliche Netzwerkleitungen bedeuten in der Regel, Wände zu öffnen. Bauherren sollten deshalb festlegen, in welchen Räumen kabelgebundene Netzwerkanschlüsse vorgesehen werden. Auch ein Smart Home braucht einen Plan: Funkbasierte Systeme übertragen Befehle drahtlos und lassen sich oft ohne größere bauliche Eingriffe nachrüsten. Leitungsgebundene Systeme, sogenannte Bussysteme, verbinden Schalter, Sensoren und Antriebe über fest verlegte Datenleitungen und eignen sich besonders, wenn die Gebäudetechnik bereits beim Neubau oder bei einer umfassenden Renovierung mitgeplant wird. Wer die Ausstattung schrittweise erweitern möchte, sollte zumindest Leitungswege und ausreichend tiefe Gerätedosen, die Einbaudosen hinter Schaltern, vorsehen.

Fehler 4: Am Schutz sparen
Fehlen Schutzeinrichtungen, drohen Stromschläge, überhitzte Leitungen und Geräteschäden, und die Nachrüstung bedeutet zusätzlichen Aufwand im Zählerschrank. Der Fehlerstromschutzschalter, kurz FI-Schalter, schützt Menschen: Er schaltet ab, wenn Strom über einen falschen Weg fließt, etwa durch den menschlichen Körper. Der Leitungsschutzschalter, der klassische Sicherungsautomat, schützt vor allem die Leitungen vor Überlast (zu viele Geräte an einer Leitung) und Kurzschluss (defektes Gerät) und schaltet dabei auch defekte Geräte ab. Beide Schalter sind wichtige Lebensretter. Ein Überspannungsschutz begrenzt Spannungsspitzen durch Blitzschlag oder Schaltvorgänge und schützt so angeschlossene Geräte; schon ein Blitzeinschlag im Umkreis von bis zu zwei Kilometern kann Überspannungen über Internet-, Telefon- oder TV-Leitungen ins Haus bringen. Bauherren sollten Schutzeinrichtungen deshalb von Beginn an einplanen und mit dem Elektrofachbetrieb klären, welche nötig sind. Bei Bestandsgebäuden sollten außerdem die Erdungsanlage, die Fehlerströme ableitet, und der Schutzpotentialausgleich, der metallische Teile miteinander verbindet, geprüft werden.

Fehler 5: (Ältere) Elektroinstallation nicht regelmäßig prüfen
Wärmepumpe, Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Wallbox benötigen in der Regel mehr Leistung, für die viele ältere Installationen ursprünglich nicht ausgelegt wurden. Soll neue Technik ins Haus, könnte es auf einen Schlag teuer werden. Außerdem weisen ältere Anlagen teilweise beschädigte Leitungen, fehlende Schutzeinrichtungen oder Fehler durch laienhafte Eigenleistung auf. Diese Schwachstellen können zu Stromausfällen, Geräteschäden oder gefährlichen Situationen führen. Im schlimmsten Fall besteht Brandgefahr. Elektro+ empfiehlt den E-CHECK durch einen qualifizierten Elektrofachbetrieb. Das ist die normgerechte Prüfung der elektrischen Anlage nach den geltenden VDE-Bestimmungen, den technischen Regeln der Elektrotechnik. „Bei Häusern über 35 Jahren sollten Eigentümer die Anlage auch ohne neue Technik regelmäßig prüfen lassen“, rät Riemensperger. Das Alter allein ersetzt jedoch nicht die Beurteilung des tatsächlichen Anlagenzustands.

Fehler 6: Zu wenige Reserven
Beim Zählerschrank zeigt sich bereits, dass vorausschauende Planung viel Geld einsparen kann: Das gilt ebenso für zu wenige Leitungswege und Leerrohre. Diese Kunststoffrohre werden in Wand, Decke oder Erdreich eingebaut, damit sich Kabel später einziehen lassen, ohne Wände erneut öffnen zu müssen. Das zahlt sich aus, wenn aus dem Kinderzimmer ein Homeoffice wird, Glasfaser, also Internet über Lichtleiter, ins Haus kommen soll, im Garten Beleuchtung hinzukommt oder eine Wallbox folgt. Voraussetzung ist, dass die Leerrohre ausreichend dimensioniert und durchgängig sind. Dann entfallen nachträgliche, teure und schmutzige Stemm- oder Erdarbeiten.

Weitere Informationen, praktische Tipps und qualifizierte Fachbetriebe finden Interessierte auf der Website der Initiative Elektro+: www.elektro-plus.com

Die Standards der Elektroausstattung in Wohngebäuden zu verbessern und Bauherr:innen und Modernisierer:innen herstellerübergreifend und markenneutral über die Vorteile einer modernen, zukunftssicheren Elektroinstallation aufzuklären, ist Anliegen der Initiative ELEKTRO+. Die Initiative vereint die Fachkompetenz führender Markenhersteller und Verbände der Elektrobranche. Weitere Informationen unter www.elektro-plus.com

Firmenkontakt
Initiative ELEKTRO+
Claudia Oberascher
Reinhardtstraße 32
10117 Berlin
030/300199 1372
http://www.elektro-plus.com

Pressekontakt
becker döring communication
Anja Becker
Löwenstraße 4-8
63067 Offenbach
069 – 4305214-14
http://www.beckerdoering.com

Bildquelle: @ABB

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