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BITEI 2026 – 14. Theaterfestival in Chisinau, Republik Moldau

11 Tage, eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen und Workshops in Zusammenarbeit von Theater und Kulturministerium (von Dieter Topp)

BildSeit 14 Ausgaben schafft BITEI in der Republik Moldau einen realen Raum für zeitgenössische Kunst, in dem Ideen frei zirkulieren und die Bühne zu einem Ort der Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen, Generationen und Perspektiven wird.

Dieses vom Theater “Eugène Ionesco” ins Leben gerufene Festival hat sich zu einem bemerkenswerten Ort des Dialogs und kulturellen Austauschs entwickelt, zu einem Ort wahrer künstlerischer Lebendigkeit und der Suche nach Antworten auf die komplexen Probleme der Welt durch die Kunst.

Bereits die Eröffnungsvorstellung des 14. Internationalen Festivals der Darstellenden Künste, “Uciderea lui Gonzago”, ein Stück des bulgarischen Autors Nedyalko Iordanov, erwies sich als Feuerwerk der Regie von Petru Vutcarau, beeindruckte durch seine aktuelle Botschaft, durch die Inszenierung und das Talent der Ionesco-Truppe.

BITEI dauert insgesamt 11 Tage, beinhaltet eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen und Workshops. Der Schwerpunkt 2026 lag auf der 30-jährigen Zusammenarbeit des Theaters “Eugène Ionesco” mit zahlreichen japanischen Ensembles und insbesondere mit dem KAZE-Theater aus Tokio.

Eine kleine Auswahl von Stücken, die ich während meines kurzen Besuchs anschauen konnte, sollen hier weiter benannt werden:

Ionesco, Meister des absurden Theaters, traf auf seine ebenbürtige Gegnerin

Das Voskresinnia Akademische Theater aus Lemberg, Ukraine, rockte – im wahrsten Sinne des Wortes – das BITEI-Festival. Mit Klarheit und vor allem Lautstärke deuteten deren ukrainische Folk-Punk-Rocker an, was später bis zum Äußersten des Absurden getrieben wurde.

Ein junges, sehr naives Mädchen, nimmt Privatunterricht bei einem älteren Professor. Sprache dient als Machtinstrument, um sich die Vorherrschaft über diejenigen zu sichern, die mit der Terminologie und dem Fachjargon nicht vertraut sind. Macht verleiht auch seksuelle Überlegenheit, und der Professor nutzt diesen Vorteil gnadenlos aus.
Drei Dienstmädchen assistieren einem verrückten Professor, bis schließlich, nach dem Tod der Studentin, das Ganze von vorne begann.

Ein absurdes Stück von Ionesco im gleichnamigen Theater, brillant inszeniert von Alla Fedoryshyna, das in der ukrainischen Sprache seinen perfekten Ausdruck fand. Ein echtes BITEI-Highlight!

David Mamet “EDMOND (Nocturnal Performance)” am Eugène Ionesco National Theater
(Regie: Nicolae Neghin und Bogdan Bitlan, Bühnenkamera: Ion Rotaru, Sound Design: Cristian Patras, Iuliana Vornicescu Cotrobai)

Eine intensive, theatralische Reise in die Abgründe der menschlichen Existenz. Im Zentrum Edmond, ein Mann, der die Sinnleere seines bisherigen Lebens erkennt und nach einer scheinbar beiläufigen Begegnung aus seiner vertrauten Realität ausbricht. Was folgt ist ein schonungsloser nächtlicher Abstieg durch die Schattenseiten der Gesellschaft und seines eigenen Bewusstseins. Auf seinem Weg begegnete Edmond Figuren von Zynismus, Gewalt und innerer Leere geprägt.

Die Inszenierung entwarf dabei kein fremdes Universum, sondern eine radikal verdichtete Version unserer eigenen Wirklichkeit, eine Welt, in der Wut, Entfremdung und das verzweifelte Bedürfnis nach Wahrnehmung zur universellen Sprache geworden sind. Die eigentliche Konfrontation fand jedoch im Inneren des Protagonisten statt.

Die Aufführung verband dramatische Intensität mit atmosphärischer Musik, kraftvoller Bildsprache und philosophischer Tiefenschärfe. Sie eröffnete einen reflektierten Blick auf Angst, Identität, persönliche Traumata und die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz:
EDMOND, ein verstörendes und zugleich fesselndes Theatererlebnis, das – auch und besonders durch die ausgezeichneten Darsteller dieses Theaters- die Zuschauer weit über den Moment des letzten Vorhangs hinaus begleitete.

Takuya Taniguchi – DER TAIKOIST verzauberte das Publikum

“Als einziger Taiko-Solist Europas erschafft Takuya Taniguchi eine eindrucksvolle musikalische Reise, die tiefe Emotionen und Ehrfurcht hervorruft. Seine Darbietung reflektiert die Erde und den Geist von Fukui in Japan – jenem Ort, an dem seine künstlerischen Wurzeln verankert sind. Durch die Verbindung der kraftvollen Tradition des Taiko-Trommelns mit der einzigartigen künstlerischen Vision eines in München lebenden Solisten schlägt Takuya eine Brücke zwischen japanischem Kulturerbe und zeitgenössischer europäischer Sensibilität”, so hieß es in der Ankündigung.

Der Meister betrat die Bühne, stimmte das Publikum verbal auf sich ein, und dann nahm der Abend seinen Lauf:
Mit einer meisterhaft theatralischen Inszenierung verband Takuya Rhythmen von sanfter Feinheit bis hin zu voller Kraft und entfaltete dabei eine emotionale Intensität, die restlos alle erfasste.
Eine spirituelle, emotionale Erfahrung, die kulturelle Grenzen überwindet.
Am Tag der japanischen Aufführungen des BITEI Festivals begeisterte Takuya das Publikum nachhaltig und hinterließ mit seiner kraftvollen, nahezu orgiastischen Performance einen bleibenden Eindruck.

Bereits 2012 erhielten das BITEI Festival und sein Leiter Vutcarau den KulturPreis Europa des Kulturforum Europa für die Verdienste als Mittler zwischen Ost und West in Sachen Kultur. Die Welt hat sich geändert und bei der 14. Festival Ausgabe sind 2026 die Verdienste des Festivals und seines Leiters immer noch evident.
Heute zeigt sich die Bedeutung des Preisträgers und seines Festivals als Botschafter der Republik Moldau für Japan, Korea und vor allen Dingen Europa auf Kulturebene.

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