CINDY-S: FLK-Vorstand vertagt kommunalen Antrag – Probebetrieb läuft weiter ohne politische Befassung

FLK-Vorstand blockiert seit Monaten die Beratung zu CINDY-S – obwohl 73.000-78.000 Menschen neu betroffen sind. Stopp Cindy-S e.V. fordert: Keine weiteren Verzögerungen!
_Kommunen und Bürgerinitiativen fordern kurzfristige Behandlung und Transparenz_
Erzhausen, 24. April 2026 – Der Vorstand der Fluglärmkommission Frankfurt (FLK) hat entschieden, einen gemeinsamen Antrag des Landkreises Darmstadt-Dieburg, des Kreises Offenbach und der Gemeinde Erzhausen zur umstrittenen Abflugroute CINDY-S über Monate hinweg nicht zur Beratung zu stellen. Nach derzeitigem Stand ist eine erste Befassung frühestens im September vorgesehen – eine inhaltliche Beratung sogar erst gegen Jahresende.
Der Antrag sieht vor, die frühere Flugroute (AMTIX kurz) vorübergehend wiederherzustellen sowie ergänzende Lärmentlastungsmaßnahmen – darunter Steilstartverfahren und alternierende Routen – zu prüfen.
Stopp Cindy-S e.V. kritisiert diese Entscheidung des FLK-Vorstands scharf. Seit Einführung der Route im Juli 2025 sind zwischen 73.000 und 78.000 Bewohnerinnen und Bewohner in zahlreichen Kommunen neu von erheblichem Fluglärm betroffen. Der Probebetrieb läuft nun fast ein Jahr – ursprünglich war er bis Juli 2026 befristet – ohne dass eine systematische politische und fachliche Aufarbeitung der tatsächlichen Erfahrungen stattgefunden hätte. Es ist der FLK-Vorstand unter Vorsitz von Paul-Gerhard Weiß (Stadtrat Offenbach), der diese Aufarbeitung bislang verhindert.
_”Es ist schwer vermittelbar, dass ein von zwei betroffenen Landkreisen und einer massiv betroffenen Kommune, eingebrachter Antrag über Monate hinweg nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt wird. Insbesondere bei einem solchen zentralen Konfliktthema in der Region um Darmstadt.”_
_”Aber mindestens genauso schlimm ist die Tatsache, dass der Vorsitzende der Fluglärm-Kommission, Herr Weiß, in einem laufenden Monitoring-Verfahren einseitig Stellung bezieht, um seine gegen die Kommunen in den Landkreise Darmstadt-Dieburg und Offenbach sowie der massiv betroffenen Kommune Erzhausen gerichteten Entscheidungen zu verteidigen.”_
_”Dies ist der Rolle eines Vorsitzenden in einem solch sensiblen Thema unwürdig.”_
” Martin Unverzagt, Vereinsvorsitzender, Stopp Cindy-S e.V.
Erschwerend kommt hinzu: Mehrere fachliche Anfragen an die Fluglärmschutzbeauftragte des Landes Hessen sind seit Monaten unbeantwortet. Eingereichte Fachaufsichtsbeschwerden beim zuständigen Ministerium wurden bislang nicht inhaltlich beschieden. Dieses Kommunikationsdefizit verstärkt den Eindruck, dass die Probleme rund um CINDY-S auf allen zuständigen Ebenen weder zeitnah aufgegriffen noch transparent bearbeitet werden.
Der FLK-Vorstand trägt die Verantwortung für die Tagesordnung der Kommission. Wenn kommunale Anträge – eingebracht von gewählten Kreistagen und Gemeinderäten – monatelang nicht zur Beratung gestellt werden, ist das keine administrative Formalität. Es ist eine politische Entscheidung, für die der Vorstand unter der Führung seines Vorsitzenden Rechenschaft schuldet.
Stopp Cindy-S e.V. fordert
* Kurzfristige Befassung der Fluglärmkommission mit dem kommunalen Antrag
* Transparenz über Behandlung und Zeitplanung der CINDY-S-Thematik innerhalb der FLK
* Sofortige Aussetzung von CINDY-S und Einleitung eines systematischen Bewertungsverfahrens auf Basis valider Lärmmessungen
FLK-Vorstand: Auftrag bekannt, Handeln ausgeblieben
Stopp Cindy-S e.V. macht deutlich: Ein FLK-Vorstand, der kommunale Anträge monatelang blockiert, Anfragen unbeantwortet lässt und Beschwerden ohne inhaltliche Antwort lässt, erfüllt seinen Auftrag nicht. Vorsitzender Paul-Gerhard Weiß und die weiteren Vorstandsmitglieder – Manfred Ockel, Janina Steinkrüger, Dr. Bernd Blisch, Michael Kolmer, David Rendel, Dirk Westedt und Tina Zapf-Rodriguez – tragen für diese Untätigkeit gemeinsam die Verantwortung.
Der Probebetrieb CINDY-S läuft – die Kontrolle steht still.
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Stopp Cindy-S e.V. ist ein eingetragener Verein, der die Interessen von weit mehr als 70.000 Anwohnerinnen und Anwohnern südlich des Frankfurter Flughafens vertritt. Sie alle sind seit der Einführung der Abflugroute CINDY-S am 10. Juli 2025 neu von übermäßigem und rechtlich umstrittenem Fluglärm betroffen. Der Verein bündelt und koordiniert das Vorgehen der betroffenen Kommunen Egelsbach, Erzhausen, Gräfenhausen, Langen, Messel, Mörfelden-Walldorf, Wixhausen und Büttelborn.
Der Verein setzt sich für die sofortige Aussetzung des Betriebs der Route CINDY-S sowie für ein transparentes und wissenschaftlich fundiertes Überprüfungsverfahren zur Genehmigung der Route durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) und die Deutsche Flugsicherung (DFS) ein. Zu seiner Arbeit zählen die Durchführung unabhängiger, gerichtsfester Lärmmessungen, die Koordinierung von Beschwerden und rechtlichen Schritten sowie der direkte Dialog mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern und den zuständigen Behörden.
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