Eichenbühl wird zum Gipfelsprint der Titeljäger

57. Bergrennen des MSC Erftal am 12. und 13. September: 184 Nennungen, volle Meisterschaftsbrisanzen und ein Berg-Cup-Feld der Extraklasse
Eichenbühl. Wenn am 12. und 13. September die Motoren beim 57. Bergrennen Eichenbühl aufheulen, geht es längst nicht mehr nur um den Tagessieg. Für die Fahrer der Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft (DBM) und des KW Berg-Cup beginnt vielmehr die Phase, in der aus jeder guten Auffahrt ein wichtiger Meisterschaftspunkt werden kann. Der traditionsreiche Gipfelsprint des MSC Erftal e.V. im AvD ist einer der letzten großen Schauplätze der Saison – und die aktuelle Nennliste verspricht Motorsport auf höchstem Niveau.
184 Teilnehmer umfasst die derzeit veröffentlichte Nennungsliste. Damit ist Eichenbühl erneut eines der großen Bergrennen im deutschen Kalender. Neben den DBM-Divisionen für Touren- und Sportwagen sind auch der KW Berg-Cup und der NSU-Bergpokal ausgeschrieben.
Die Bedeutung des Wochenendes wird dadurch noch größer, dass die Saison bereits in ihre entscheidende Phase eingebogen ist. Mit Eichenbühl, St. Agatha und Mickhausen stehen nur noch wenige Veranstaltungen auf dem Kalender. Der KW Berg-Cup bezeichnet Eichenbühl, St. Agatha und Mickhausen deshalb ausdrücklich als die heiße Schlussphase der Saison.
3,05 Kilometer, die keine Fehler verzeihen. Der Reiz Eichenbühls liegt nicht allein in der langen Tradition. Die rund 3,05 Kilometer zwischen Eichenbühl und Umpfenbach verlangen den Fahrern alles ab. Auf der anspruchsvollen Strecke wechseln sich kurvenreiche Passagen mit schnellen Abschnitten ab. Nach der berühmten „Klinge“ folgt eine weitere schnelle Passage die “Hondakurve”, ehe die Fahrzeuge vor der Zielkurve ihre höchsten Geschwindigkeiten erreichen. Für die stärksten Rennfahrzeuge sind dabei Geschwindigkeiten von bis zu 270 km/h möglich.
Genau diese Mischung macht Eichenbühl zu einem besonderen Prüfstein. Hier reicht es nicht, nur ein schnelles Auto zu besitzen. Gefragt sind eine saubere Linie, Mut, absolute Präzision und vor allem drei Dinge: Konzentration, Konzentration und nochmals Konzentration.
Für die Meisterschaftskandidaten kommt ein weiterer Faktor hinzu. Wer in Eichenbühl maximal punkten will, muss Risiko und Sicherheit perfekt ausbalancieren. Ein kleiner Fehler kann im Kampf um die Meisterschaft deutlich schwerer wiegen als ein verlorenes Zehntel.
Deutsche Bergmeisterschaft (DBM):
Jeder Punkt kann Gold wert sein. Auch für die Deutsche Automobil-Bergmeisterschaft besitzt das Wochenende enormes Gewicht. 2026 werden die Deutschen Meistertitel getrennt für Tourenwagen und Sportwagen vergeben. Der Saisonkalender wurde durch die besonderen Umstände in Eschdorf verändert; Oberhallau wurde kurzfristig zusätzlich als DBM-Lauf aufgenommen.
Die in der Gesamtwertung der Sportwagen führenden Fahrer gehen alle in Eichenbühl an den Start. Der in der Gesamtwertung führende Marco Lorig mit seinem Tatuus LRM Master und Gerd Kauff mit dem Dallara World Series T12 bekommen mächtig Konkurrenz in Eichenbühl. Der Vorjahresgesamtsieger und Streckenrekordhalter Patrik Zajelsnik auf seinem Nova Proto NP01 Emap Turbo, Georg Lang auf PRC FPR und Michael Bodenmüller mit seinem Norma M20FC LRM werden eine große Rolle beim Gesamtsieg spielen. Aber auch der in den letzten Jahren in der Europameisterschaft fahrende Alexander Hin mit dem Osella PA30 Zytek LRM geht in diesem Jahr in Eichenbühl an den Start und wird sicherlich neben seinem Sohn Benjamin Noll auf Osella FA30 auch ganz vorne fahren wollen. Aus Luxemburg geht darüber hinaus Tommy Rollinger ebenfalls mit einem Osella FA 30 an den Start.
Die Zwischenstände in der Tourenwagen Gesamtwertung machen deutlich, wie breit die Spitze aufgestellt ist. Namen wie Jannik Hofmann, Fabian Brügge, Jens Weber, Nicole Prinzing, Lars Heisel, Werner Weiss und Pascal Ehrmann tauchen weit vorne auf. Dazu kommen zahlreiche Fahrer, die in Eichenbühl aufgrund ihrer Fahrzeuge und ihrer Erfahrung jederzeit um Spitzenplätze kämpfen können.
Gerade Eichenbühl könnte deshalb für einige DBM-Piloten zum Wendepunkt der Saison werden.
Das besondere Augenmerk gilt dem KW Berg-Cup.
Die Ausgangslage im KW Berg-Cup präsentiert sich dramatisch. Dort entscheidet sich die Meisterschaft nach einem langen Rennjahr über die besten Resultate – und Eichenbühl ist nun eine der letzten Möglichkeiten, das eigene Punktekonto entscheidend aufzubessern. Für 2026 sieht das Reglement acht gewertete Spitzenergebnisse vor.
Hochspannung wird bei den großen Hubräumen erwartet. Gerade die Division über 3000 Kubik verspricht in Eichenbühl ein spektakuläres Duell. Das internationale Starterfeld, in diesem Jahr von Schweizern dominiert, verspricht Motorsport pur im Erftal.
Patrick Orth bringt mit dem Porsche 997 GT3 Cup ein Fahrzeug an den Start, das auf der schnellen Eichenbühler Strecke seine Stärken ausspielen kann. Doch die Konkurrenz ist stark: Florian Heß ist ebenfalls mit einem Porsche 997 GT3 Cup genannt, während Holger Hovemann im Lamborghini Huracan für eine völlig andere, aber nicht weniger spektakuläre Fahrzeugphilosophie steht.
Dazu kommen weitere schnelle Autos. Schon die aktuelle Nennungsliste zeigt, dass Orth keineswegs mit einem Spaziergang rechnen darf. Neben dem unter Pseudonym fahrenden “Speedmaster” mit seinem Ford Cosworth MB, Corsin Rietiker auf einem BMW E36 GTR V10 eFuel oder Thomas Strasser mit dem VW Minichberger Corrado R Turbo aus der Schweiz sind weitere Schweizer das erste Mal in Eichenbühl am Start.
Besonders interessant wird außerdem der Auftritt von Rainer Noller. Sein Porsche 991.1 GT3 Cup, der in einem hochkarätigen Feld den Kampf um die entscheidenden Punkte zusätzlich verschärfen wird.
Damit könnte Eichenbühl zu einem direkten Duell um wertvolle Punkte werden – und gleichzeitig zu einem wichtigen Kapitel im Kampf um das KW-Berg-Cup-Gesamtpodium.
184 Starter – Eichenbühl bleibt ein Fest des Bergrennsports
Doch bei aller Meisterschaftsspannung sollte nicht vergessen werden, dass das 57. Bergrennen Eichenbühl weit mehr bietet als die Kämpfe um die großen Titel.
Die aktuelle Nennliste reicht von modernen Rennfahrzeugen über Tourenwagen und Sportwagen bis hin zu den Fahrzeugen des NSU-Bergpokals und weiteren Klassen. Insgesamt sind 184 Teilnehmer gemeldet.
Damit wird Eichenbühl einmal mehr zum großen Treffpunkt der deutschen Bergrennszene.
Auch abseits der Strecke pflegt der MSC Erftal e.V. im AvD seine Tradition. Fahrerlager, Festzelt, Zuschauerbereiche und die bekannte Atmosphäre rund um die „Klinge“ gehören längst zum Charakter dieser Veranstaltung. Die Gemeinde Eichenbühl weist ausdrücklich darauf hin, dass die vielen Zuschauerbereiche wieder genutzt werden sollen. Ein neues Konzept sorgt für ausgiebige Parkplätze.
Eichenbühl als Wegweiser zum Titel
Für die Meisterschaftskandidaten wird das zweite Septemberwochenende deshalb zu einem echten Stresstest.
Die DBM-Piloten müssen Punkte sammeln, um ihre Positionen zu sichern oder den Rückstand auf die Spitze zu verkürzen. Im KW Berg-Cup geht es gleichzeitig darum, die letzten Möglichkeiten zur Verbesserung der persönlichen Wertung zu nutzen.
Und genau darin liegt die besondere Spannung dieses Bergrennens.
Wer in Eichenbühl gewinnt, nimmt nicht nur einen Pokal mit nach Hause. Er kann sich einen entscheidenden Vorteil für die letzten Saisonrennen verschaffen. Wer dagegen einen Fehler macht oder einen technischen Ausfall erlebt, könnte Wochen später feststellen, dass ausgerechnet diese eine Auffahrt über einen Meistertitel entschieden hat.
Der 57. Bergrennen Eichenbühl wird damit zum Gipfelsprint der Titeljäger.
Wenn am 12. September der erste Rennwagen die Startlinie passiert, beginnt für die Meisterschaftskandidaten die vielleicht wichtigste Phase des Jahres. 3,05 Kilometer, mehrere Rennläufe – und am Ende können wenige Hundertstelsekunden über die große Frage entscheiden: Wer fährt mit den besten Karten zum Saisonfinale?
Eichenbühl hat darauf seine ganz eigene Antwort: Vollgas – bergauf am 12./13.09.2026
MSC Erftal e.V. im AvD – Leidenschaft für Bergrennsport
Der Motorsportclub Erftal e.V. wurde 2016 gegründet – mit dem klaren Ziel, das traditionsreiche Bergrennen in Eichenbühl langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Inzwischen zählen über 240 motorsportbegeisterte Mitglieder aus ganz Deutschland zu unserem Verein. Uns verbindet die Faszination für Geschwindigkeit, Technik und Adrenalin – auf und neben der Strecke.
Kontakt
Motorsportclub Erftal e.V.
Arno Neuberger
Brückenstraße 9
63928 Eichenbühl
015255983577
http://msc-erftal.de
Bildquelle: Kurt Steigerwald
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