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Einsatz von KI im Rechnungswesen: Anforderungen an Prozesse, Daten und Verantwortung

Künstliche Intelligenz wird zunehmend auch im Rechnungswesen eingesetzt. Der Beitrag ordnet ein, unter welchen Voraussetzungen KI tatsächlich einen Mehrwert liefern kann.

BildDer Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Rechnungswesen gewinnt zunehmend an Bedeutung. In vielen Unternehmen wird der Einsatz von KI im Rechnungswesen derzeit intensiv geprüft. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Nutzen von KI weniger von der eingesetzten Technologie abhängt als von den fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen im Unternehmen.

Ein zentraler Punkt ist die klare Abgrenzung zwischen klassischer Automatisierung und KI.
Regelbasierte Systeme arbeiten nach fest vorgegebenen Regeln. Änderungen müssen bewusst vorgenommen und gepflegt werden.
KI-basierte Verfahren passen sich dagegen innerhalb vorgegebener Rahmen selbst an. Ergebnisse entstehen auf Basis von Wahrscheinlichkeiten und erfordern fachliche Kontrolle und menschliche Aufsicht. Gerade im Rechnungswesen stellt dies erhöhte Anforderungen an Nachvollziehbarkeit und Verantwortung.

Prozesse und Datenqualität sind entscheidende Voraussetzungen für den sinnvollen Einsatz von KI. In der Praxis setzt dies in der Regel ein integriertes ERP-System voraus, in dem Buchungslogik, Stammdaten und Prozesse konsistent abgebildet sind. Fehlen diese Grundlagen, führen Medienbrüche, manuelle Vorarbeiten oder uneinheitliche Datenstrukturen dazu, dass KI-gestützte Ergebnisse nachbearbeitet werden müssen. Der erwartete Effizienzgewinn bleibt dann aus. In einzelnen Fällen steigt der manuelle Aufwand sogar, etwa durch zusätzliche Prüfungen oder Korrekturen.

Für weitergehende Analysen und Steuerungsfragen gewinnen zusätzlich Business-Intelligence-Werkzeuge an Bedeutung. Sie stellen strukturierte Datenmodelle, Auswertungen und Kennzahlen bereit, auf denen KI-gestützte Analysen sinnvoll aufsetzen können. BI-Tools sind dabei weniger Ersatz als vielmehr Ergänzung zu bestehenden ERP-Systemen und unterstützen insbesondere Controlling- und Entscheidungsprozesse.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt betrifft die fachliche Verantwortung. Auch wenn KI Analysen, Vorschläge oder Auswertungen liefert, verbleibt die Verantwortung für Buchungen, Bewertungen und Entscheidungen vollständig beim Unternehmen. Ergebnisse müssen plausibilisiert, dokumentiert und nachvollziehbar begründet werden. Dies gilt insbesondere in prüfungsrelevanten Bereichen, etwa bei Jahresabschlüssen, internen Kontrollen oder steuerlichen Fragestellungen.

Neben technischen Fragen gewinnen damit auch organisatorische und rechtliche Aspekte an Bedeutung. Wer KI einsetzt, muss deren Funktionsweise in Grundzügen verstehen. Fehlannahmen über eine vermeintlich “automatische Richtigkeit” oder objektive Ergebnisse bergen Risiken. KI kann unterstützen, ersetzt jedoch keine fachliche Beurteilung. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Rechnungswesen und IT ist daher unerlässlich.

Vor diesem Hintergrund rückt ein pragmatischer, schrittweiser Einsatz von KI in den Fokus. Statt umfassender Systemumstellungen stehen klar abgegrenzte Anwendungsfälle im Vordergrund. Dazu zählen einfache, sofort nutzbare Werkzeuge, mit denen sich KI-Ansätze im Arbeitsalltag erproben lassen. Beispiele sind unterstützende Analysen oder Auswertungen auf Basis vorhandener Daten, etwa in Tabellenkalkulationen. Solche Ansätze ermöglichen erste Erfahrungen mit KI, ohne bestehende Prozesse grundlegend zu verändern.

Der fachliche Mehrwert von KI im Rechnungswesen entsteht somit nicht durch Technik allein, sondern durch das Zusammenspiel von Prozessen, Daten, Organisation und Verantwortung. Unternehmen, die diese Zusammenhänge berücksichtigen, schaffen eine belastbare Grundlage für den sinnvollen Einsatz neuer Technologien.

Hinweis in eigener Sache:
Am 12. Februar 2026 findet ein Kurzseminar zum Thema “KI im Rechnungswesen” statt.
Das Seminar läuft von 8:30 Uhr bis 12:15 Uhr und behandelt praxisnah die fachlichen Voraussetzungen, typische Einsatzfelder sowie direkt einsetzbare Praxistools, unter anderem für Tabellenkalkulationen.

Die Veranstaltung wird von den Bildungseinrichtungen der IHK Arnsberg, IHK Bonn, IHK Darmstadt, IHK Mannheim/Heidelberg, IHK Heilbronn und IHK Siegen durchgeführt.
Die Anmeldung erfolgt jeweils direkt über die zuständige IHK.

Weiterführende Infomationen:

https://www.treuz.de/2025/05/21/ki-im-rechnungswesen-schrittweise-einfuehren/

Seminarinformationen:

https://www.treuz.de/online-seminar-ki-im-rechnungswesen-ihk/

Jochen Treuz steht Redaktionen gerne für Gastbeiträge und Interviews zur Verfügung.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Jochen Treuz | Trainer und Berater
Herr Jochen Treuz
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Über Jochen Treuz
Jochen Treuz ist Diplom-Kaufmann, Trainer, Berater und Coach mit langjähriger Erfahrung im Rechnungswesen. Seine Fachgebiete sind die elektronische Rechnungsabwicklung (E-Invoicing), Liquiditätsmanagement sowie die Digitalisierung von Finanzprozessen. Er unterstützt Unternehmen bei der Einführung der E-Rechnung, GoBD-konformer Archivierung und digitaler Prozessoptimierung.

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