Elektroinstallation zukunftssicher planen: Was Eigenheimbesitzer jetzt beachten sollten

E-Mobilität, erneuerbare Energien und intelligente Systeme richtig vorbereiten
Ob Neubau oder Modernisierung: Eine durchdachte Elektroinstallation ist heute wichtiger denn je. Denn die Anforderungen steigen kontinuierlich – von der Wallbox fürs E-Auto über Smart-Home-Anwendungen bis zum energieeffizienten Wohnen mit Photovoltaik und Wärmepumpe. “Eigenheimbesitzer sollten bei der Elektroplanung mindestens zehn bis 20 Jahre vorausdenken”, empfiehlt Claudia Oberascher von der Initiative ELEKTRO+. “Wer jetzt clever plant, spart später Zeit, Geld und Aufwand.”
Die richtige Ausstattungsstufe wählen
Basis für eine zukunftsfähige Installation ist die passende Ausstattungsstufe nach RAL-RG 678, einer Richtlinie, die konkrete Standards für die Elektroausstattung definiert:
– 1-Stern-Installation: Mindestausstattung nach DIN 18015-2
– 2-Sterne-Installation: Standardausstattung
– 3-Sterne-Installation: Komfortausstattung für höhere Ansprüche
Die drei Ausstattungsstufen sichern Qualität und Vergleichbarkeit beim Mieten, Kaufen, Bauen und Modernisieren. “Für ein zukunftssicheres Eigenheim ist mindestens die 2-Sterne-Installation die richtige Wahl”, so Oberascher. Diese Standardausstattung bietet ausreichend Steckdosen, Stromkreise sowie Sicherheitskomponenten und die notwendige Platzreserve im Verteiler für spätere Erweiterungen.
Praktische Planungstipps für mehr Flexibilität
Leerrohre: Werden Leerrohre verlegt, lassen sich Kabel später unkompliziert nachrüsten – besonders praktisch bei sich ändernden Nutzungsanforderungen. Das Home-Office wird zum Kinderzimmer, die Wallbox fürs E-Auto kommt dazu oder bei Bedarf alltagsunterstützende Technik wie ein Treppenlift. Auch im Garten zahlt sich vorausschauende Planung aus: Individuelle Beleuchtung oder ein Pool werden oft erst Jahre nach dem Hausbau realisiert. Mit bereits verlegten Leerrohren entfallen dann aufwendige Erdarbeiten und hohe Zusatzkosten.
Heimnetzwerk und Glasfaseranschluss: Für schnelles Internet und stabile Verbindungen sollten Bauherren ausreichend Datenleitungen in allen Räumen vorsehen. Ein Glasfaseranschluss sorgt für maximale Geschwindigkeit, während eine stabile WLAN-Abdeckung im gesamten Gebäude heute Standard sein sollte.
Intelligente Haustechnik richtig vorbereiten: Zwei Wege führen ins vernetzte Zuhause: Funkbasierte Systeme bieten einen flexiblen Einstieg und lassen sich meist ohne bauliche Veränderungen nachrüsten. Leitungsgebundene Bussysteme punkten mit hoher Zuverlässigkeit und eignen sich besonders für Neubauten oder umfassende Renovierungen. Beide Varianten ermöglichen es, Heizung und Lüftung ebenso zu vernetzen wie Haushalts- und Multimediageräte. Zusätzlich können Sicherheits- und Kommunikationssysteme sowie barrierefreie Assistenzsysteme integriert werden.
Erneuerbare Energien optimal nutzen: Die Kombination aus Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher und Energiemanagementsystem macht Eigenheimbesitzer unabhängiger vom Strommarkt. Während die PV-Anlage eigenen Solarstrom vom Dach liefert, ermöglicht der Batteriespeicher die Nutzung der Sonnenenergie, wenn diese schon lange untergegangen ist, zum Beispiel für die selbstgebackene Pizza beim Heimkinoabend. Ein Energiemanagementsystem koordiniert automatisch die verschiedenen Verbraucher und sorgt für die optimale Steuerung des Stromflusses nach Bedarf und Verfügbarkeit.
Sicherheit hat oberste Priorität: Für die langfristige Sicherheit sind verschiedene Schutzeinrichtungen unerlässlich: Leitungsschutzschalter schützen vor Überlastung und Kurzschluss, Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) verhindern lebensgefährliche Stromschläge. Kombinierte FI/LS-Schalter vereinen beide Schutzfunktionen. Moderne Brandschutzschalter (AFDD) erkennen gefährliche Lichtbögen und können so Kabelbrände verhindern. Ein Überspannungsschutz schützt teure Elektrogeräte vor Schäden durch Blitzschlag oder Spannungsspitzen.
Bei älteren Gebäuden E-Check durchführen lassen
“Bei Häusern, die älter als 35 Jahre sind, sollten Eigentümer die elektrische Ausstattung dringend überprüfen lassen”, rät Claudia Oberascher. Ein qualifizierter Elektrofachbetrieb kann beurteilen, welche Modernisierungen notwendig sind. Ein E-Check deckt Schwachstellen auf und zeigt, wo die Installation den heutigen Sicherheitsstandards nicht mehr entspricht. Oft fehlen wichtige Schutzeinrichtungen wie FI-Schalter, die Anzahl der Steckdosen entspricht nicht mehr dem heutigen Bedarf oder die Leitungsquerschnitte sind für moderne Verbraucher zu schwach dimensioniert.
Weitere Informationen, praktische Tipps und qualifizierte Fachbetriebe für Beratung und Umsetzung finden Interessierte auf der Website der Initiative ELEKTRO+: www.elektro-plus.com
Die Standards der Elektroausstattung in Wohngebäuden zu verbessern und Bauherr:innen und Modernisierer:innen herstellerübergreifend und markenneutral über die Vorteile einer modernen, zukunftssicheren Elektroinstallation aufzuklären, ist Anliegen der Initiative ELEKTRO+. Die Initiative vereint die Fachkompetenz führender Markenhersteller und Verbände der Elektrobranche. Weitere Informationen unter www.elektro-plus.com
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Bildquelle: Kaiser
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