GaiserForum: Natürliche Kältemittel in der industriellen Praxis

Fachtagung in Ulm verbindet aktuelle Rahmenbedingungen mit konkreten Lösungen aus Kälte-, Wärme- und MSR-Technik
Ulm, 6. Oktober 2026. Natürliche Kältemittel gewinnen in industriellen Kälte- und Wärmeanwendungen zunehmend an Bedeutung. Welche Lösungen technisch sinnvoll sind, hängt jedoch stark vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Genau darum ging es beim GaiserForum “Natürliche Kältemittel in der Industrie” am 6. Oktober in Ulm. Gemeinsam mit Kunden und Fachpublikum diskutierte die Gaiser-Unternehmensgruppe regulatorische Entwicklungen, technische Möglichkeiten und konkrete Anwendungen aus der Praxis.
In seiner Begrüßung stellte der Geschäftsführer der Gaiser-Unternehmensgruppe, Harald Kretschmann, die ganzheitliche Betrachtung technischer Anlagen in den Mittelpunkt. Neben dem tatsächlichen Bedarf und den erforderlichen Temperaturniveaus spielen dabei Betriebszustände, Versorgungssicherheit und Sicherheitskonzepte eine wichtige Rolle_. “Bei einer Kälteanlage müssen wir von Anfang an das gesamte System betrachten. Entsteht bei der Kälteerzeugung Wärme, stellt sich für uns immer auch die Frage, wie und wo diese Energie im Unternehmen sinnvoll genutzt werden kann”? _so Kretschmann. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Sie verbindet Erzeuger, Verbraucher, Speicher und weitere Energieanlagen und schafft damit die Grundlage, technische Systeme transparent und effizient zu betreiben.
Von der Regulierung bis zur konkreten Anwendung
Dirk Leuteritz von der compact Kältetechnik GmbH eröffnete den fachlichen Teil mit einem Überblick über aktuelle Kältemittel und die F-Gas-Verordnung. Dabei wurde deutlich, dass es nicht das eine Kältemittel für jede Anwendung gibt. Gesetzliche Vorgaben spielen bei der Entscheidung ebenso eine Rolle wie die konkreten Betriebsbedingungen, Sicherheitsanforderungen und die langfristige Wirtschaftlichkeit einer Anlage.
Johannes Irmler, Geschäftsführer der Gaiser Plan GmbH, brachte das Thema anschließend in die industrielle Praxis. An zwei konkreten Beispielen zeigte er, wie Hochtemperatur-Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln eingesetzt werden können. Ein Beispiel aus der Lebensmittelindustrie verbindet einen ganzjährigen Wärme- und Kältebedarf über eine Hochtemperatur-Wärmepumpe mit Ammoniak. Bei einer erforderlichen Vorlauftemperatur von 90 °C erreicht die Anlage eine Heizleistung von ca. 1,325 MW. In einem weiteren Beispiel aus der Pharmaindustrie dient die Abwärme einer Abwasseraufbereitung als Wärmequelle. Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe mit Isobutan stellt dabei 260 kW Heizleistung für ein werksinternes Heizungsnetz mit 80 °C Vorlauftemperatur bereit.
Felix Gilbert von der Kelvin ABT GmbH zeigte anschließend am Beispiel einer Normal- und Tiefkühlanwendung mit Propen (R1270), welche Chancen und Anforderungen natürliche Kältemittel in der Praxis mit sich bringen. Neben der Effizienz stand insbesondere das Sicherheitskonzept im Mittelpunkt. Die vorgestellte Lösung verbindet einen modularen Anlagenaufbau mit Gaswarntechnik, technischer Lüftung und einer entsprechenden MSR-Logik. Gleichzeitig wurden die Anforderungen an Service, Wartung und Versorgungssicherheit bereits in der Planungsphase berücksichtigt, um potenzielle Stillstandszeiten im späteren Betrieb zu minimieren.
Kompetenzen gemeinsam nutzen
Das GaiserForum zeigte zugleich, wie sich die Kompetenzen innerhalb der Gaiser-Unternehmensgruppe ergänzen. Mit der Integration der Kelvin ABT GmbH im Frühjahr 2026 wurden insbesondere die Bereiche Kälte- und MSR-Technik weiter gestärkt. Planung und Engineering, Automation, Anlagenbau und Service können dadurch bei komplexen Aufgaben früher zusammengedacht werden. Dadurch können industrielle Kunden Kälte-, Wärme- und Energieversorgung ganzheitlich betrachten und optimieren – von der ersten Idee bis zum laufenden Betrieb.
Neben den Fachvorträgen bot das GaiserForum Raum für Fragen und den Austausch über konkrete Herausforderungen aus der industriellen Praxis. Genau dieser Austausch ist Teil des Formats: Fachwissen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenbringen und gemeinsam diskutieren, welche technischen Lösungen sich für den jeweiligen Anwendungsfall eignen.
Über die Gaiser-Unternehmensgruppe:
Die Gaiser-Unternehmensgruppe mit Sitz in Ulm verbindet Kompetenzen aus Gebäudetechnik, Anlagenbau, Planung, Energie- und Servicekonzepten. Seit der Gründung im Jahr 1928 hat sich Gaiser vom Handwerksbetrieb zu einer Unternehmensgruppe mit spezialisierten Fachbereichen entwickelt. Heute begleitet die Gruppe Kunden aus Industrie, Gewerbe und öffentlicher Hand von der Planung und Realisierung technischer Anlagen bis zu deren langfristigem Betrieb und Service.
Über die Kelvin ABT GmbH:
Die Kelvin ABT GmbH mit Sitz in Leipheim ist seit Frühjahr 2026 Teil der Gaiser-Unternehmensgruppe und verfügt über langjährige Erfahrung in der Kälte-, Klima-, MSR- und Energietechnik. Das Unternehmen plant, realisiert und betreut anspruchsvolle Kälte- und Wärmepumpenanlagen und stärkt innerhalb der Gaiser-Unternehmensgruppe insbesondere die Kompetenzen bei industriellen Anwendungen mit natürlichen Kältemitteln sowie in der MSR-Technik.
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Julius Gaiser GmbH
Herr Georg Fink
Blaubeurer Str. 86
89077 Ulm
Deutschland
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email : info@gaiser-online.de
Die Gaiser-Unternehmensgruppe mit Sitz in Ulm verbindet Kompetenzen aus Gebäudetechnik, Anlagenbau, Planung, Energie- und Servicekonzepten. Seit der Gründung im Jahr 1928 hat sich Gaiser vom Handwerksbetrieb zu einer Unternehmensgruppe mit spezialisierten Fachbereichen entwickelt. Heute begleitet die Gruppe Kunden aus Industrie, Gewerbe und öffentlicher Hand von der Planung und Realisierung technischer Anlagen bis zu deren langfristigem Betrieb und Service.
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