KI im Handwerk: Kunden im Ruhrgebiet sind oft weiter als die Betriebe

Viele Handwerksbetriebe in NRW tippen abends noch Rapportzettel ab, während ihre Kunden Angebote längst von einer KI prüfen lassen.
Oberhausen, November 2026. Es ist halb acht am Abend. Die Gesellen sind längst zu Hause, der Chef sitzt noch im Büro. Vor ihm liegt ein Stapel Rapportzettel mit Durchschlag, manche mit Kaffeerand, manche kaum lesbar. Er tippt sie ab, Zeile für Zeile. Im Postfach wartet eine Antwort auf das Angebot für ein neues Bad. Der Kunde hat es durch eine KI laufen lassen und schickt nun zwei Seiten mit Fragen. Drei Positionen fehlen angeblich, zwei Preise seien zu hoch. Auch diese Antwort schreibt der Chef heute Abend von Hand.
So oder so ähnlich erlebt es Daniel Bertram immer wieder bei Betrieben im Ruhrgebiet. Der Oberhausener hat rund 20 Jahre als Schreiner gearbeitet. Heute unterstützt er unter dem Namen Textschreiner kleine Unternehmen bei verständlichen Texten, beim Online-Auftritt und beim Einstieg in KI. “Die Kunden sind beim Thema KI oft einen Schritt weiter als die Betriebe”, sagt er. “Wer jede KI-Rückfrage von Hand beantwortet, verliert Zeit, die eigentlich auf die Baustelle gehört.”
Wie weit ist das Handwerk in NRW mit KI?
Für den KI-Index Handwerk.NRW hat das Landesprojekt KIDiHa über 1.200 Betriebe befragt. Rund ein Drittel hat KI genutzt oder zumindest ausprobiert, zwei Drittel noch nicht. Fest eingeführt haben sie laut einer weiteren Auswertung keine 20 Prozent. Bei einer Blitzumfrage der Handwerkskammer Münster, zu deren Bezirk auch das nördliche Ruhrgebiet gehört, nutzte Anfang 2026 etwa ein Drittel der Betriebe KI aktiv im Arbeitsalltag. Bundesweit nutzen laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage von 2025 sogar nur 4 Prozent der Handwerksbetriebe KI. Ein Faxgerät ist dagegen noch in 26 Prozent der Betriebe im Einsatz.
Besonders schwer haben es die Kleinen. Betriebe mit weniger als fünf Mitarbeitenden haben laut KI-Index kaum Berührung mit der Technik. Gerade sie prägen das Revier. Von den über 45.600 Handwerksbetrieben in der Metropole Ruhr haben rund 78 Prozent weniger als zehn Beschäftigte.
Wo es im Alltag hakt
An Interesse fehlt es selten, eher an Zeit und an einem Anfang. Laut Bitkom sagen 72 Prozent der Betriebe, sie seien zu beschäftigt, um sich um Digitalisierung zu kümmern. Bertram kennt Betriebe, in denen der Meister eine teure App für Zeiterfassung und Berichte bezahlt hat, die ein Teil der Mannschaft nicht nutzt. “Dann liegt die App auf dem Handy und der Durchschlagblock im Transporter”, sagt er. Janis Büse vom Softwareanbieter Valoon brachte es auf der KI-Messe der Handwerkskammer Dortmund im Sommer 2026 auf den Punkt: “Die Technik ist nicht das Problem, aber das Verhalten.”
Ein weiteres Beispiel ist das Gefahrstoffverzeichnis. Jeder Betrieb, der mit Lacken, Klebern oder Reinigern arbeitet, muss es führen und darin auf die Sicherheitsdatenblätter verweisen. Ein solches Datenblatt umfasst im Schnitt rund 14 Seiten, und viele Betriebe übertragen die Angaben noch von Hand. Wie viele Stunden dabei zusammenkommen, hängt davon ab, wie groß der Betrieb ist und wie viele Produkte er verwendet. Software kann solche Datenblätter inzwischen mit KI auslesen und die wichtigsten Angaben vorschlagen. Die Prüfung bleibt beim Betrieb.
Welche Vorteile bringt KI im Handwerk?
Bertram rät, klein anzufangen. Viele Anwendungen kommen ohne großes Softwareprojekt aus:
* Der Geselle spricht seinen Tagesbericht als Sprachnachricht ein, die KI macht daraus einen sauberen Rapport.
* Eine lange Kundenanfrage wird zusammengefasst und nach Fragen sortiert. Die KI bereitet eine Antwort vor, die der Chef prüft und ergänzt.
* Angebotstexte und Leistungsbeschreibungen werden verständlicher. Das spart Rückfragen.
* Angaben aus Sicherheitsdatenblättern werden ausgelesen und für das Verzeichnis vorbereitet.
Dass schon kleine Schritte etwas bringen, zeigt eine Bäckerei aus Detmold. Dort plant eine KI die Ofenzeiten und spart laut Deutschem Handwerksblatt täglich eine Stunde Backzeit samt Energie.
Grenzen gibt es trotzdem. Preise, Mengen und fachliche Entscheidungen bleiben beim Betrieb, und Kundendaten gehören nicht in jedes beliebige Programm. “Die KI schreibt den Entwurf. Was rausgeht, entscheidet der Chef”, sagt Bertram.
Unterstützung in NRW
Wer anfangen möchte, findet in NRW Hilfe. Das Landesprojekt KIDiHa bietet mit dem “KI-Pilot” einen Selbsttest für Betriebe an. Seit August 2026 fördert die NRW.BANK mit dem Programm “NRW.BANK.Impuls KI” Beratung und Tests mit bis zu 25.000 Euro, höchstens der Hälfte der Kosten. Auch die Handwerkskammern beraten. Textschreiner bietet Unternehmern aus Oberhausen und Umgebung zudem eine kostenlose KI-Sprechhalbstunde an, in der eine konkrete Frage aus dem Arbeitsalltag besprochen wird.
Wie der Einstieg im eigenen Betrieb gelingen kann, beschreibt Bertram ausführlich auf seiner Website: https://textschreiner.de/ki-im-unternehmen-einsetzen-wie-gelingt-der-einstieg-in-deinem-betrieb/
“Ich würde nicht mit der großen Software anfangen”, sagt Bertram. “Am besten nimmt man sich die eine Aufgabe vor, die jeden Abend nervt. Da lohnt sich der erste Versuch.”
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Textschreiner
Herr Daniel Bertram
Hiesfelder str 166
46147 Oberhausen
Deutschland
fon ..: 01777990784
web ..: https://textschreiner.de/
email : danielbertram@textschreiner.de
Textschreiner ist das Angebot von Daniel Bertram aus Oberhausen. Er unterstützt Selbstständige, Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen mit verständlichen Texten, Beratung zum Online-Auftritt und der Vermittlung von KI-Grundlagen. Zu seinen Themen gehören Website-Texte, LinkedIn und der praktische Einsatz von ChatGPT im Betriebsalltag. Bertram verbindet rund 20 Jahre Erfahrung als Schreiner mit seiner Arbeit als Texter und Berater. In Einzelberatungen und Workshops vermittelt er nachvollziehbare Schritte, mit denen kleine Betriebe passende Aufgaben auswählen und KI sinnvoll einsetzen können.
Pressekontakt:
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