M&A braucht Rollenklarheit: Getrennte Rollen bei Mediator und Anwalt liefern bessere Deals

Neue Analyse: Trennmodell beschleunigt komplexe Transaktionen, sichert Vertraulichkeit und stabilisiert Vollzug – Doppelrollen gefährden Neutralität und Tempo
Zug/Wuppertal, 18. März 2026 – In M&A-Transaktionen führt die strikte Trennung zwischen Mediator und Anwalt zu schnelleren, rechtssichereren und nachhaltigeren Ergebnissen als die häufig praktizierte Doppelrolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von Executive Mediation, die heute auf dem Fachportal Substack veröffentlicht wurde. Die Untersuchung zeigt: Während juristische Mediatoren grundsätzlich exzellente Prozessgestalter sein können, kippt die Wirkung in komplexen M&A-Kontexten, sobald Rollen vermischt werden. Vertraulichkeit, Allparteilichkeit und Tempo leiden – drei kritische Faktoren in Transaktionen mit Zeitdruck, Machtasymmetrien und mehreren Akteuren.
Warum jetzt relevant: Die jüngste OLG-Celle-Entscheidung vom 26. August 2025 (2 ORs 96/25) hat den Rollenwechsel vom Mediator zum Parteivertreter als Parteiverrat sanktioniert und damit die rechtliche Trennlinie verschärft. Parallel steigt in Deutschland und der Schweiz der regulatorische Druck auf Governance, Compliance und Risikomanagement in M&A-Deals – Earn-out-Strukturen, Garantiekataloge, ESG-Kriterien und Betriebsratsvereinbarungen fordern professionelles Konfliktdesign, nicht nur juristische Beratung.
Die Kernthese: Der falsche Prozess frisst Wert
“Der falsche Prozess frisst Wert. Die richtige Rollenarchitektur hebt ihn”, erklärt Izolda Petrosyan, Mediatorin SKWM und Co-Gründerin von Executive Mediation. “In M&A geht es selten um Recht – fast immer um Wert. Wer Interessen sichtbar machen, Spielräume öffnen und Beziehungen schützen will, braucht einen Mediator, der den Prozess führt. Und Anwälte, die Rechte sichern. Beide Rollen gleichzeitig zu spielen, funktioniert nur auf dem Papier.”
Die Analyse stützt sich auf fünf wissenschaftliche Quellen sowie Fallstudien aus der Beratungspraxis von Executive Mediation und beleuchtet den Rechtsrahmen in Deutschland und der Schweiz (ZPO CH Art. 213-218; OLG Celle 2025; Mediationsgesetz DE). Zentrale Erkenntnisse:
Evidenz: Wo die Doppelrolle scheitert
1. Struktureller Konflikt: Autorität vs. Allparteilichkeit
Richter und Anwälte bringen Status und Entscheidungsmacht mit – selbst wenn sie moderieren. Vertrauliche Einzelgespräche (Caucus) stehen im Widerspruch zum Gleichbehandlungsgebot; der Anschein von Befangenheit schwächt die Akzeptanz. In komplexen M&A-Konflikten mit Private Equity, Management, Banken, Aufsicht und Betriebsrat spricht das für externe Mediatoren.
2. Rechtliche Leitplanken verschärfen Trennung
* Schweiz (ZPO Art. 47 Abs. 1 lit. b): Wer zuvor in derselben Sache mediierte, schafft einen Ausstandsgrund in anderer Rolle.
* Deutschland (OLG Celle, 26.08.2025): Rollenwechsel Mediator -> Parteivertreter kann Parteiverrat begründen.
* Vertraulichkeit (ZPO CH Art. 166 Abs. 1 lit. d): Aussagen aus der Mediation sind im Prozess nicht verwertbar; Mediationsakten werden nicht herausgegeben.
3. M&A-Maschinenraum: Mehrthemen, viele Akteure, hoher Takt
Verhandlungen bündeln Preis, Earn-out, Garantien, Haftung, Steuern, Personal, IT. Signing und Closing setzen Tempo; Asymmetrien prägen Daten, Macht und Zeit. Mediation schafft hier Wert durch:
* Themenkartierung statt Vermischung
* Interessenoffenlegung (Cash heute, Sicherheit morgen, Kontrolle dauerhaft)
* Optionsbündelung (A für Preis, B für Risiko, C für Übergang)
* Sequenzplanung (erst Prinzipien, dann Zahlen, dann Klauseln)
Einbindung Dritter (Versicherer, Behörden), die ein Urteil nicht erreicht
Fallbeispiel aus der Praxis: Familienverkauf an PE-Fonds
Ausgangslage: Earn-out, Garantien, Betriebsrat – die Liste ist lang, der Ton rau. Zeitdruck: Signing-Deadline in 12 Wochen.
Intervention: Der Mediator strukturiert Themen und führt getrennte Vorgespräche (Caucus). Die Anwälte beraten parallel außerhalb der Mediation.
Ergebnis:
* Earn-out an operative Hebel gekoppelt (statt Umsatzziel)
* Garantiekatalog gestrafft, Escrow erhöht
* Sozialplan vorgezogen
Effekt: Signing in 8 Wochen, Beziehung intakt, Vollzug gesichert.
Das Trennmodell in der Praxis
Mediator:
* Führt den Verhandlungsprozess, baut Barrieren ab, hält Parteien im Gespräch – ohne Rechtschancen zu bewerten.
Anwälte:
* Beraten Chancen und Risiken, sichern Entscheidungsfähigkeit und Fristen – ohne die Prozesssteuerung zu übernehmen.
Einzelsitzungen (Caucus):
* Dienen Realitätscheck und Risikoklärung, bleiben strikt außerhalb der Rechtsberatung.
Vollstreckungsweg:
* Mediationsvergleiche lassen sich rechtssicher genehmigen (gerichtliche Homologation, ZPO CH Art. 217) und vollstrecken – ohne Inhalte ins Verfahren zu ziehen.
Implikationen für Unternehmen, M&A-Berater und Führungsteams
? Für CFOs & Geschäftsführung:
* Trennmodell beschleunigt Time-to-Close bei komplexen Transaktionen
* Vertrauliche Einzelgespräche schaffen Raum für Risikoklärung ohne Gesichtsverlust
* Selbst erarbeitete Vereinbarungen halten nachweislich länger als erstrittene Urteile
? Für M&A-Berater & Deal-Counsel:
* Klare Rollenerklärung schützt vor Befangenheitsvorwürfen und Ausstandsrisiken
* Rechtsberatung bleibt außerhalb der Mediation – ohne Interessenkonflikt
? Für HR & Compliance:
* Governance-fähige Prozesse: Mediation integriert Betriebsrat, Aufsicht und Dritte
* Verwertungsverbote schützen sensible Informationen
? Für Private Equity & Investoren:
* Earn-out-Strukturen lassen sich interessenbasiert statt positionsbezogen verhandeln
* Escrow-Höhe und Garantiekataloge werden pragmatisch optimiert statt litigiert
Methodik & Quellen
Die Analyse basiert auf:
* Mack-Oberth, Michael (2005): Richter als Mediatoren (Kontextanalyse)
* Bösch, Peter (2006): Gericht und Mediation – Partner oder Konkurrenten? (Strukturanalyse DE/CH)
* Obergericht Zürich (2022): Merkblatt zur Mediation (ZPO CH Art. 213-218)
* OLG Celle (26.08.2025): Parteiverrat bei Rollenwechsel Mediator -> Parteivertreter (2 ORs 96/25)
* Peter, James T. (2021): Dos & Don’ts – Für Rechtsanwälte in der Mediation (ZZZ 2021)
Volltext der Analyse:
https://executivemediation.substack.com/p/m-and-a-braucht-rollenklarheit-juristen
Statement: “Der Mediator baut Brücken; die Anwälte sichern sie ab”
Dr. Hartmut Frenzel, Wirtschaftsmediator und Co-Gründer von Executive Mediation:
“Juristen können hervorragende Mediatoren sein – wenn sie Haltung und Methodik wechseln. In M&A liefert die strikte Rollentrennung die besseren Ergebnisse: Der Mediator gestaltet den Prozess und schützt Vertrauen, die Anwälte sichern Rechte und bauen belastbare Verträge. Der Rechtsrahmen in Deutschland und der Schweiz flankiert diese Arbeitsteilung durch Neutralität, Vertraulichkeit, Ausstand und klare Vollstreckungswege. Das senkt Transaktionskosten, hebt Optionen und stabilisiert den Vollzug.”
Mindeststandards, die Deals retten
Executive Mediation empfiehlt fünf Leitplanken für M&A-Teams:
* Explizite Rollenerklärung: Keine Rechtsberatung in der Mediation
* Allparteilichkeit und Vertraulichkeit: Schriftlich fixieren
* Getrennte Kanäle: Mediationsprotokolle bleiben außerhalb der Deal-Dokumente
* Prozessdesign vor Einstieg: Themen, Reihenfolge, Entscheidungspunkte klären
* Vollstreckungsweg klären: Genehmigung/Homologation – Rechtskraft ohne Durchmischung
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Dr. Hartmut Frenzel | EXECUTIVE MEDIATION
Herr Hartmut Frenzel
Fuhlrottstr. 15
42119 Wuppertal
Deutschland
fon ..: +49-1602912140
web ..: https://executive-mediation.pro/
email : hf@executive-mediation.pro
Über Executive Mediation
Executive Mediation ist spezialisiert auf die Lösung komplexer Wirtschaftskonflikte im C-Level – schnell, diskret und rechtssicher. Die Co-Mediatoren Izolda Petrosyan (Dipl. Business Administration, Mediatorin SKWM, Konfliktmanagerin SKWM) und Dr. Hartmut Frenzel (Zertifizierter Mediator D/CH, Wirtschaftsmediator, IMI Qualified Mediator, Mitglied DIS) begleiten M&A-Transaktionen, Gesellschafterkonflikte, Post-Merger-Integration und Deal-Mediation.
Schwerpunkte:
M&A-Konfliktdesign (Earn-out, Garantien, Sozialplan)
Gesellschafterkonflikte & Nachfolgeplanung
Post-Merger-Integration & Restrukturierung
Deal Mediation (neutrale Prozesssteuerung bei Neuverträgen)
Standorte: Wuppertal (D) und Zug (CH) – Mandate weltweit
Wissensplattform: executivemediation.substack.com
Website: executive-mediation.pro
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