PISA 2025: Berliner U-Bahn-Kampagne macht Lesekompetenz zum Thema – auch für Erwachsene

Improved Reading wirbt im Berliner Fenster und mit 400 Plakaten für effizienteres Lesen / Lesekompetenz ist nicht nur eine Frage von Defiziten, sondern auch von ungenutztem Potenzial
Berlin, 29. September 2026. Die jüngsten PISA-Ergebnisse haben die Diskussion über Lesekompetenz neu entfacht. Im OECD-Durchschnitt erreichten 15-Jährige 2025 beim Lesen den niedrigsten bislang gemessenen Durchschnittswert; zwischen 2015 und 2025 sank die durchschnittliche Lesekompetenz um 28 Punkte – das entspricht laut OECD etwa eineinhalb Schuljahren. Auch in Deutschland lagen die Ergebnisse 2025 in der Lesekompetenz niedriger als 2022; im längerfristigen Vergleich waren sie sogar die niedrigsten, die hierzulande bislang im Rahmen von PISA gemessen wurden.
Doch die Frage, wie effizient Menschen lesen, endet nicht mit der Schule. Die internationale OECD-Erhebung PIAAC 2023 (https://www.oecd.org/en/publications/survey-of-adults-skills-2023-country-notes_ab4f6b8c-en/germany_5f81cb66-en.html?utm_source=chatgpt.com) untersucht die Kompetenzen Erwachsener zwischen 16 und 65 Jahren. Deutschland liegt bei der durchschnittlichen Lesekompetenz zwar über dem OECD-Mittel, zugleich erreichen 22 Prozent der Erwachsenen lediglich Kompetenzstufe 1 oder darunter.
Für den langjährigen Berliner Speed-Reading-Trainer Friedrich Hasse greift die Debatte dennoch zu kurz, wenn sie ausschließlich auf Menschen mit ausgeprägten Leseschwierigkeiten schaut.
„Viele unserer Teilnehmer/innen lesen beruflich überaus viel: Führungskräfte, Fachleute, Beschäftigte in Behörden, Wissenschaftler/innen oder Jurist/innen. Sie lesen selbstverständlich gut – oft sogar sehr gut. Aber kaum jemand hat nach der Grundschule noch einmal systematisch gelernt, wie man liest“, sagt Hasse, Trainer und Franchise-Partner von Improved Reading in Berlin. „Gerade bei Menschen, die täglich große Textmengen bewältigen müssen, steckt deshalb erhebliches ungenutztes Potenzial.“
Berliner U-Bahn als „Leselabor“
Auf dieses Thema macht Improved Reading derzeit auch im Berliner Nahverkehr aufmerksam. Noch bis Freitag sowie erneut ab 26. Oktober läuft ein 20-sekündiger Spot im Berliner Fenster. Er wird werktags zwischen 6 und 10 Uhr sowie zwischen 16 und 20 Uhr viermal pro Stunde ausgestrahlt.
Der Spot veranschaulicht dabei bereits eine zentrale Technik effizienten Lesens: das Erfassen von Wortgruppen statt des klassischen Wort-für-Wort-Lesens. Ziel ist es, größere Sinneinheiten schneller aufzunehmen und dadurch Lesetempo, Konzentration und Verständnis miteinander zu verbinden.
In den folgenden zwei Wochen kommen 400 A0-Plakate in der Berliner Innenstadt hinzu. Unter dem Motto „schneller besser lesen“ wirbt Improved Reading dort mit den Aussagen „2 Tage Training – 2x schneller lesen – 100% Flow & Fokus“. Der übergeordnete Claim „Für Kopf & Karriere“ macht zugleich deutlich, dass sich das Angebot vor allem an Menschen richtet, die beruflich viel und anspruchsvoll lesen.
„Speed Reading wird häufig mit oberflächlichem Überfliegen verwechselt“, sagt Hasse. „Uns geht es um etwas anderes: Lesen soll schnell genug sein, um unsere Aufmerksamkeit genügend zu binden, so dass die Gedanken nicht ständig abschweifen. Eine wichtige Technik dafür ist das sogenannte Chunking, also das Erfassen von Wortgruppen statt einzelner Wörter. Das ist auch fürs Verständnis gut – man ist nicht nur schneller, sondern vor allem gedanklich mehr im Flow.“
Daneben trainiert Improved Reading unter anderem die Verringerung unnötiger Rücksprünge im Text, einen bewussteren Umgang mit der inneren Stimme beim Lesen und die flexible Anpassung des Lesetempos an Text und Leseziel.
Lesetechnik endet nicht mit der Grundschule
Der Ansatz beruht auf der Beobachtung, dass viele Menschen auch im Erwachsenenalter Lesemuster beibehalten, die ursprünglich beim Lesenlernen sinnvoll waren: Wort-für-Wort-Lesen, starkes inneres Mitsprechen und häufige Rücksprünge im Text. Mit zunehmender Leseerfahrung stehen jedoch leistungsfähigere Wahrnehmungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Schulprojekt mit 272 Jugendlichen
Dass systematisches Lesetraining nicht nur bei beruflichen Vielleser/innen wirkt, zeigte bereits ein von der Erhard Höpfner Stiftung gefördertes Berliner Schulprojekt zwischen 2003 und 2006. In 15 Kursen an zehn Berliner Schulen nahmen insgesamt 272 Schülerinnen und Schüler teil.
Die vom Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Rathmann an der Technischen Universität Berlin durchgeführte Evaluation kam zu deutlichen Ergebnissen (abrufbar unter: https://speedreading.berlin/blog-pisa-2025-lesekompetenz-erwachsene/): Die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit wurde im Verlauf der Kurse verdreifacht, während sich zugleich das Textverständnis erhöhte. Die kombinierte Leseeffizienz stieg im Durchschnitt um den Faktor 3,7.
Interessant war dabei auch ein anderer Befund: Schwächere Leser/innen verbesserten sich prozentual stärker als bereits überdurchschnittliche Leser/innen. Aber auch diese erzielten deutliche Zugewinne an Tempo und Verständnis.
Für Hasse liegt darin kein Widerspruch zur heutigen Ausrichtung auf berufliche Vielleser/innen: „Lesetraining ist nicht nur Defizitförderung. Ein schwächerer Leser kann damit grundlegende Schwierigkeiten reduzieren – ein bereits guter Leser kann aus einer guten Fähigkeit eine sehr leistungsfähige machen.“
Lesen im Zeitalter der KI
KI-Anwendungen können lange Texte zusammenfassen, durchsuchen und Informationen vorsortieren. Die Fähigkeit, Texte selbst kritisch zu erfassen und einzuordnen, werde dadurch jedoch keineswegs überflüssig, sagt Hasse.
„KI nimmt uns bestimmte Leseaufgaben ab, erzeugt aber gleichzeitig immer mehr Texte und Informationen, deren Relevanz und Qualität wir beurteilen müssen. Wer beruflich mit Wissen arbeitet, muss deshalb nicht weniger gut lesen können, sondern bewusster, flexibler – und auch schneller.“
Die gegenwärtige PISA-Debatte könne deshalb einen Anstoß geben, Lesekompetenz nicht nur als Schulfach oder als Problem besonders schwacher Leser/innen zu betrachten.
„Wir lernen Schreiben, Präsentieren, Zeitmanagement oder den Umgang mit neuer Software regelmäßig weiter. Nur beim Lesen gehen die meisten Menschen davon aus: Das habe ich mit sieben Jahren gelernt, also kann ich es. Genau diese Selbstverständlichkeit möchten wir ein Stück weit infrage stellen.“
Weitere Informationen: www.speedreading.berlin
Pressekontakt: Friedrich Hasse Improved Reading Ost Berlin friedrich.hasse@improved-reading.de Tel. 030-43022743
Kontakt
Improved Reading Ost
Friedrich Hasse
Kirchgasse 34
12043 Berlin
03043022743
http://www.speedreading.berlin
Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.
AchtungFür den Inhalt des Artikels ist der jeweilige Autor und nicht der Seitenbetreiber verantwortlich. |



