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Tier-4 bis OEM: Weltweit erster Catena-X-PCF-Pilot über fünf Lieferkettenstufen

Pilot: 5 Automobilunternehmen kalkulieren reale CO?-Daten einer Produktkette und teilen sie mit Cofinity-X über Catena-X. Bis zu 18,4% niedrigere PCF-Werte und verbesserte Datenqualität.

BildKöln, 04.11.2026. In einem Pilotprojekt haben fünf südkoreanische Firmen unter Unterstützung von Softwareanbieter Glassdome reale CO?-Daten einer Produktkette ermittelt und mit Hilfe von Cofinity-X über Catena-X ausgetauscht. Mit den Primärdaten aus der Produktion konnten die Product Carbon Footprint (PCF)-Werte um bis zu 18,4 Prozent gesenkt werden. Zudem verbesserte das Projekt die Datenqualität in jedem Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen, wie einheitliche Berechnungsmethoden, Primärdaten und sicherer Datenaustausch gezielte Dekarbonisierung der globalen Automobilindustrie unterstützen können.

Die Digitalisierung der automobilen Wertschöpfungskette

Ein modernes Auto besteht aus etwa 30.000-100.000 Teilen. Tausende Unternehmen sind an der Produktion eines Fahrzeugs beteiligt und bilden komplexe Lieferketten. Digitalisiert man diese physischen Ketten, können wichtige Informationen geteilt und nutzbar gemacht werden, unter anderem im Bereich Nachhaltigkeit. Wie viel CO? wird konkret in welcher Lieferkettenstufe freigesetzt? Welchen individuellen Anteil hat welches Bauteil? Wie sieht der konsolidierte PCF des Fahrzeugs aus? Und welche Maßnahmen können dann ausgehend von dieser belastbaren Datenbasis getroffen werden, um den CO?-Fußabdruck zu senken? Das Ziel des Catena-X PCF Use Cases ist es, solche und verwandte Fragen zu beantworten. Das Catena-X PCF Rulebook definiert standardisierte Ermittlungs- und Berechnungsmethoden. Gleichzeitig bietet Catena-X eine sichere Datenaustauschinfrastruktur, über die die Ergebnisse zwischen den Partnern geteilt werden können.

Das weltweit erste PCF Pilotprojekt über fünf Lieferkettenstufen

Um den Mehrwert einer solchen Datenkollaboration zu evaluieren, haben sich die fünf südkoreanischen Unternehmen LG Chem, Shinsung Autotech, New Material Industry, LG Electronics und KG Mobility (KGM) zusammengeschlossen. Gemeinsam bilden die Unternehmen eine Produktkette für KGM`s neuen Pick-up-Truck “Musso Q270”. In dieser Produktkette wird Harz schrittweise zu einem Knopf, einem Panel und schließlich zu einer Elektronikkomponente verarbeitet, die im Q270 zum Einsatz kommt. Der Pilot zeigt erstmals den Austausch von produktbezogenen CO?-Primärdaten entlang einer fünfstufigen Lieferkette vom Rohmaterial bis zum Fahrzeughersteller.

Unter Leitung von Glassdome ermittelten die beteiligten Akteure initial den PCF auf Basis von Schätzungen und Referenzwerten mithilfe von Industriedatenbanken für vergleichbare Produkte und Rohstoffe.

Im Anschluss an diese konventionelle Bestandsaufnahme erfassten die Unternehmen dann primäre Aktivitätsdaten zu Energie-, Rohmaterial- und Prozessaufwänden aus ihrer realen Produktion. Die Unternehmen nutzten daraufhin die Nachhaltigkeitssoftware von Glassdome, um die Werte gemäß dem Catena-X PCF Rulebook zu berechnen.

Niedrigere PCF-Werte bei höherwertigen Daten

Der Vergleich zwischen dem sekundär- und primärdatenbasierten Prozess offenbart für die Partner von der Rohstoff- bis zur Komponentenebene eine teils starke PCF-Reduktion von bis zu 18,4 Prozent. Die auf Primärdaten basierenden Werte lagen also zum Teil deutlich unter den zuvor verwendeten Schätzungen. Dieser Effekt nimmt weiter oben in der Lieferkette ab, da die Datenmessungen nur einen kleinen Teil der insgesamt 30.000 bis 100.000 Bauteile des gesamten Fahrzeugs ausmachen. Die Datenqualität, das sogenannte Data Quality Rating (DQR), verbessert sich allerdings für alle Lieferkettenstufen. Dieser Qualitäts-Wert wird auf einer Skala von 1-5 gemessen. Je niedriger der Wert, umso präziser liegen die Daten. Durch einen niedrigen DQR steigt die Aussagekraft von Nachhaltigkeitsdaten und Unternehmen können zukünftige Dekarbonisierungs-Maßnahmen auf einer besseren Grundlage treffen. Der Originalartikel ist mit allen Ergebnissen und Visualisierungen ist hier verfügbar.

“Durch die Kombination unserer Glassdome-Plattform mit der speziellen Catena-X-Connector-Technologie von Cofinity-X haben wir eine durchgängige Integration entlang der gesamten Lieferkette ermöglicht – von der Datenerfassung bis zur Verifizierung. Unser Ziel ist es, dieses Projekt als Standardmodell zu etablieren und koreanische Hersteller dabei zu unterstützen, sich nahtlos in das globale Ökosystem für CO?-Daten zu integrieren.”

Jinki Ham, _CEO von Glassdome_

Sicherer und souveräner Datenaustausch über Cofinity-X

Neben der Erfassung und Kalkulation präziser Daten wächst die Bedeutung effizienter und sicherer Kommunikationswege in der Industrie, um selektiv Informationen entlang der gesamten Lieferkette verfügbar zu machen. Genau solche Kommunikationswege schafft das Catena-X Datenökosystem durch gemeinsame Standards und Regeln. Das Kölner Unternehmen Cofinity-X betreibt unter anderem die technische Infrastruktur für Catena-X und verwaltet die Teilnehmer-Lizenzen und ihre digitalen Identitäten. Für das PCF-Pilotprojekt wurden drei der fünf Akteure über Cofinity-X registriert, einer nutzte seine bestehende Lizenz und ein weiterer die Beta-Umgebung von Cofinity-X. Alle fünf Unternehmen wurden von Cofinity-X mit der App Dataspace OS ausgestattet. Dataspace OS ist ein Eclipse Dataspace Components (EDC) Connector, die erforderliche Schnittstelle eines jeden Teilnehmers für die technische Anbindung an Catena-X. Gleichzeitig ist die App unter anderem für den Austausch von PCF-Daten zertifiziert. Über Dataspace OS konnten die Daten so sukzessive von Rohmateriallieferant bis zum Hersteller transportiert werden, wobei jeder einzelne Akteur nur Kontakt mit seinem jeweils vor- und nachgelagerten Partner in der Kette hat. Das reduziert das Risiko einer ungewollten Preisgabe sensibler Informationen.

Dataspace OS erlaubt eine präzise Dokumentation der Zusammenarbeit inklusive Statusmeldungen zu Anfragen von und an Partner. Schon im Pilot mit wenigen Partnern zeigt sich: Der Datenaustausch wird übersichtlicher und leichter nachvollziehbar als über klassische Wege wie etwa E-Mail. Das volle Potenzial wird sichtbar, wenn dieser Prozess auf das ganze Fahrzeug und perspektivisch auf Fahrzeugflotten über mehrere Hersteller hinweg skaliert.

“Das südkoreanische Nachhaltigkeitsprojekt demonstriert, dass Kollaboration und Kontrolle keinen Widerspruch darstellen müssen. Mit Dataspace OS können Nachhaltigkeitsdaten sicher über Unternehmensgrenzen hinweg ausgetauscht werden, während jeder Partner die volle Hoheit über seine eigenen Informationen behält.”

Thomas Rösch _CEO von Cofinity-X_

Regularien fordern mehr Transparenz in der Lieferkette

Die Bedeutung solcher Datenkollaborationen wächst zunehmend. Im Bereich Nachhaltigkeit erhöhen Regularien, nicht nur aber insbesondere aus der Europäischen Union, den Druck auf die Automobilbranche. Mit Catena-X kann diesem Druck begegnet werden. Der südkoreanische Pilot zeigt, wie Unternehmen zu präziseren Daten gelangen und diese entlang der gesamten Wertschöpfungskette effizient und sicher teilen können. Durch die Vernetzung von Unternehmen über mehrere Lieferkettenstufen hinweg entsteht die Datengrundlage, um Emissionsquellen transparent zu machen, Reduktionspotenziale zu identifizieren und die Dekarbonisierung der globalen Automobilindustrie gezielt voranzutreiben. Der Product Carbon Footprint ist dabei nur einer von vielen möglichen Anwendungsfällen. Auch in den Bereichen Resilienz und Qualitätsmanagement schafft Catena-X die Grundlage für eine standardisierte und sichere Datenkollaboration über Unternehmensgrenzen hinweg.

Der Originalartikel ist hier verfügbar.

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email : rafael.rabe@cofinity-x.com

Die Cofinity-X GmbH ist die führende Betreibergesellschaft für globale Datenökosysteme und fördert den sicheren und souveränen Austausch von Daten entlang industrieller Wertschöpfungsketten. Als erster Betreiber des Catena-X Datenökosystems vernetzt Cofinity-X mehr als 1.300 Organisationen der Automobilindustrie aus über 45 Ländern. Das Kölner Unternehmen betreibt die technische Infrastruktur für Datenökosysteme, unterstützt die Anbindung von Teilnehmern und stellt einen Marktplatz für Apps und Services bereit. Als Joint Venture von BASF, BMW Group, Henkel, Mercedes-Benz, SAP, Schaeffler, Siemens, T-Systems, Volkswagen Group und ZF steht Cofinity-X für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in der Industrie. Durch gemeinsame Standards, digitale Identitäten und interoperable Schnittstellen ermöglicht das Unternehmen einen vertrauensvollen Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg und trägt so zu mehr Nachhaltigkeit, Transparenz und Effizienz bei.

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