Wohnungsbrand, Waldbrand, Fahrzeugbrand: Was tun?

Rauch tötet schneller als Flammen, Waldbrände fordern andere Reaktionen als Wohnungsbrände. Ein Leitfaden mit den Handlungsregeln, die Feuerwehren im D-A-CH-Raum für jeden Brandtyp vorgeben.
Mehr als 90 Prozent aller Brandopfer in Deutschland sterben nicht durch Flammen, sondern durch Rauchvergiftung. Das geht aus Erhebungen des Deutschen Feuerwehrverbandes und der Initiative “Rauchmelder retten Leben” hervor. Zwischen dem Ausbruch eines Brandes und einer lebensbedrohlichen Rauchgaskonzentration vergehen oft nur zwei bis vier Minuten. Wer in dieser kurzen Zeitspanne falsch reagiert, riskiert sein Leben. Gleichzeitig zeigt die Waldbrandstatistik des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BLE), dass allein im Jahr 2025 in Deutschland mehr als 14.000 Hektar Waldfläche verbrannten, ein historischer Höchstwert seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese Zahlen verdeutlichen: Das Wissen um das richtige Verhalten im Brandfall ist keine theoretische Übung, sondern eine praktische Überlebenskompetenz.
Es werden in diesem Artikel folgendes behandelt:
* die häufigsten Brandursachen
* Die häufigsten tödlichen Fehler
* konkrete Handlungsanweisungen für unterschiedliche Brandszenarien
* Präventionsmaßnahmen
Die hier formulierten Empfehlungen decken sich in zentralen Punkten mit den Richtlinien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Berliner Feuerwehr, der Schweizer Bundesverwaltung (admin.ch) sowie des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft (BMLUK).
Die häufigsten Brandursachen: Warum es brennt
Die Mehrzahl aller Brände entsteht durch menschliches Verhalten. Das Fachbuch benennt sechs Hauptursachenkategorien, die sich mit den Erkenntnissen deutscher Feuerwehren und Versicherer nahezu vollständig decken.
An erster Stelle steht die Unachtsamkeit von Erwachsenen und das Spiel von Kindern mit Feuer. Nicht ausgelöschte Ziga-retten, vergessene Kerzen, nicht vollständig gelöschte Lagerfeuer im Wald, unsachgemäßer Umgang mit Feuerwerkskörpern und das Abbrennen von trockenem Gras zählen zu den häufigsten Auslösern. Auch selbstentzündliche, mit Öl getränkte Lappen stellen laut dem Fachbuch eine unterschätzte Gefahr dar.
Die zweite Hauptursache bilden Verstöße gegen die Betriebsvorschriften für Elektrogeräte: Kurzschlüsse in der Hauselektrik, unbeaufsichtigte Elektrogeräte, der Betrieb defekter Geräte sowie unsachgemäße Reparaturen an der Elektroinstallation. Die Feuerwehr Hamburg bestätigt, dass fehlerhafte Elektroinstallationen und überlastete Steckdosen zu den häufigsten Brandauslösern in Wohngebäuden zählen.
Drittens nennt das Fachbuch Verstöße bei der Nutzung von Gas- und Ofenheizungen: den Betrieb defekter Geräte, unsachgemäße Reparaturen und das Zurücklassen eingeschalteter Anlagen ohne Aufsicht.
Natürliche Ursachen wie Blitzschlag, Erdbeben, Vulkanausbrüche, extreme Hitze, Selbstentzündung von Wäldern sowie Tornados bilden die vierte Kategorie. Vorsätzliche Brandstiftung und Selbstentzündung, etwa in Wäldern durch natürliche Prozesse, vervollständigen die Auflistung.
Was bei einem Brand verboten ist: Die häufigsten tödlichen Fehler
Das Fachbuch warnt vor Verhaltensweisen, die im Brandfall regelmäßig zu Todesfällen führen. Diese Warnungen stimmen mit den Empfehlungen der Berliner Feuerwehr und des Landes Baden-Württemberg überein.
Eigentum retten auf Kosten des eigenen Lebens. In der Panik greifen Menschen nach Dokumenten, Laptops oder wertvollen Gegenständen. Jede Sekunde zählt, und der Versuch, Besitz zu sichern, kostet wertvolle Fluchtzeit.
Den Aufzug benutzen. Aufzüge können bei einem Brand stecken bleiben, der Schacht kann sich mit giftigem Rauch füllen, und die Stromversorgung kann jederzeit ausfallen. Alle Feuerwehren im D-A-CH-Raum betonen dieses Verbot ausdrücklich.
Die eigenen Kräfte überschätzen. Wer den Brand selbst zu löschen versucht, ohne zuvor die Feuerwehr zu rufen, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere Hausbewohner, die auf Hilfe warten.
Aus oberen Stockwerken springen. Das Fachbuch stellt klar: Ab dem dritten Stockwerk aufwärts sind die Überlebenschancen nach einem Sprung gering. Auch improvisierte Seile aus Bettlaken oder Handtüchern sollten nur im äußersten Notfall und nicht oberhalb des dritten Stockwerks verwendet werden.
Fenster und Türen unnötig öffnen. Frische Luft verstärkt die Flammen erheblich. Geschlossene Türen hingegen können die Ausbreitung von Feuer und Rauch für mehrere Minuten verzögern.
Sich in Abstellräumen, Schränken oder Ecken verstecken. Kinder neigen instinktiv dazu, sich zu verstecken, statt zu fliehen. Erwachsene, die in Panik geraten, zeigen mitunter dasselbe Verhalten. Beides ist lebensgefährlich, weil Rettungskräfte die Personen nicht finden können.
Durch verrauchte Treppenhäuser laufen. Selbst ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase schützt nicht vor Kohlenmonoxid (CO), dem geruchlosen Hauptgift im Brandrauch. Die Berliner Feuerwehr und die Feuerwehr Baden-Württemberg empfehlen, bei verrauchtem Treppenhaus in der Wohnung zu bleiben und auf die Feuerwehr zu warten.
Brandprävention: Wie sich Brände verhindern lassen
Das Fachbuch widmet der Vorbeugung ein eigenes Kapitel und teilt die Empfehlungen nach Standort auf: Wald, Wohnung, Fahrzeug und Arbeitsplatz.
Warnzeichen erkennen
Vor dem Ausbruch eines offenen Feuers treten in der Regel Warnsignale auf. Ein unangenehmer Geruch nach überhitztem Material, etwa schmelzendem Kunststoff oder Gummi, gefolgt von zunehmender Rauchentwicklung. Manchmal beginnt das Licht zu flackern oder fällt ganz aus, wenn die Verkabelung schmilzt. Das Fachbuch rät, bei solchen Anzeichen sofort die Stromversorgung zu unterbrechen und in gewerblichen Gebäuden den zuständigen Elektriker zu informieren.
Prävention in der Wohnung
Vor dem Verlassen des Hauses sollten alle Elektrogeräte ausgeschaltet werden, mit Ausnahme des Kühlschranks. Kinder dürfen nicht unbeaufsichtigt bleiben. Ausschließlich intakte Elektrogeräte, Gasanlagen und Ofenheizungen sollten zum Einsatz kommen, und Reparaturen sind qualifiziertem Fachpersonal zu überlassen. Ein funktionsfähiger Feuerlöscher gehört in jeden Haushalt. Das BBK empfiehlt darüber hinaus, für den Fall einer erzwungenen Evakuierung einen vorbereiteten Notfallrucksack stets griffbereit zu halten, der eine Versorgung für mindestens 72 Stunden sicherstellt, mit Erste-Hilfe-Ausstattung, Notnahrung, Wasser und Kommunikationsmitteln. Einsatzbereite Lösungen, die diese Anforderungen erfüllen, bietet etwa der ReadyKit Premium Notfallrucksack. Das Rauchen im Bett, insbesondere unter Alkoholeinfluss, zählt das Fachbuch zu den häufigsten vermeidbaren Brandursachen.
Die Initiative “Rauchmelder retten Leben” ergänzt: In allen 16 deutschen Bundesländern besteht eine gesetzliche Rauchwarnmelderpflicht für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure. Seit der Einführung dieser Pflicht hat sich die Zahl der Brandtoten in Deutschland laut dem Deutschen Feuerwehrverband um mehr als die Hälfte reduziert. Eigentümer und Vermieter sind für die Installation verantwortlich.
Prävention im Wald
Erkennungszeichen eines Waldbrandes sind unruhiges Verhalten von Tieren und Vögeln, Rauchentwicklung und Brandgeruch. Bei Wanderungen empfiehlt das Fachbuch, nach Möglichkeit eine Axt, eine klappbare Schaufel und einen Eimer mitzunehmen. Wer sich regelmäßig in waldbrandgefährdeten Regionen aufhält oder mehrtägige Touren plant, sollte für jede Person im Begleittrupp einen eigenständigen Notfallrucksack mit Basisversorgung vorbereiten. Eine auf Paare und Begleitpersonen abgestimmte Option ist etwa der ReadyKit Premium Notfallrucksack in Kombination mit ReadyKit Notfallrucksack für den Lebenspartner, die eine selbstständige Versorgung über 72 Stunden ermöglicht und alles für den Notfall Notwendige beinhaltet.
Zentrale Verhaltensregeln: Keine mit Öl oder brennbaren Stoffen getränkten Lappen im Wald zurücklassen. Keine Flaschen wegwerfen und kein Altglas liegen lassen, da Glasscherben als Brennglas wirken können, wie auch die Schweizer Organisation Greenpeace und der TCS (Touring Club Schweiz) bestätigen. Gras nicht abfackeln. Keine brennenden Ziga-retten oder Streichhölzer im Wald wegwerfen. Lagerfeuer vor dem Verlassen des Waldes restlos löschen und nicht unbeaufsichtigt lassen. Kinder vom Spielen mit Feuer abhalten.
Das BBK weist zusätzlich darauf hin, dass bei hoher Waldbrandgefahr Waldgebiete durch Forstbehörden gesperrt werden können und in Trockenperioden behördliche Warnungen sowie die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe zu beachten sind. In der Schweiz bietet das Naturgefahrenportal (naturgefahren.ch) aktuelle Informationen zur Waldbrandgefahr.
Prävention im Fahrzeug
Das Fachbuch rät, stets einen Feuerlöscher und eine dichte, nicht-synthetische Decke im Fahrzeug mitzuführen. Reparaturen am Fahrzeug sollten nur bei entsprechender Sachkenntnis durchgeführt werden; zusätzliche elektrische Geräte oder Verbraucher sollten nicht eigenmächtig in den Stromkreis eingebaut werden.
In Deutschland besteht laut ADAC für private PKW keine gesetzliche Pflicht, einen Feuerlöscher mitzuführen. Die Mitnahme wird jedoch ausdrücklich empfohlen. In mehreren europäischen Ländern, darunter Bulgarien, Griechenland, Rumänien und die Türkei, ist ein Feuerlöscher im PKW gesetzlich vorgeschrieben.
Prävention am Arbeitsplatz
In Büros und Betrieben sollten ausschließlich intakte Elektrogeräte genutzt werden. Reparaturen sind Fachleuten zu überlassen. Mehrere Geräte sollten nicht über einen Mehrfachstecker an eine einzelne Steckdose angeschlossen werden, da dies zu einer Überlastung des Netzes führen kann. Das Fachbuch empfiehlt den Einsatz von Spannungsstabilisatoren und unterbrechungsfreien Stromversorgungen in Produktionsumgebungen.
Verhalten bei einem Brand: Die ersten Maßnahmen
Das Fachbuch formuliert eine zentrale Maxime, die für alle Brandtypen gilt: Ruhe bewahren. Panik und unkontrollierte Emotionen verhindern eine klare Einschätzung der Lage und senken die Überlebenschancen. Gleichzeitig appelliert der Text, auch an die Mitmenschen zu denken, unabhängig davon, ob es sich um Angehörige oder Fremde handelt.
Notruf absetzen
Bei jedem Anzeichen eines Brandes gilt: Sofort den Notruf wählen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die einheitliche Notrufnummer die 112. In der Schweiz ist zusätzlich die 118 (Feuerwehr) gebräuchlich. Das Fachbuch nennt folgende Angaben, die dem Disponenten mitgeteilt werden sollten: Was brennt (Wald, Gebäude, Gras), wo es brennt (Adresse, Straßenkilometer oder nächstgelegene Orientierungspunkte), der eigene Name und die Telefonnummer sowie auf Nachfrage weitere Details.
Das Fachbuch betont: Niemals davon ausgehen, dass bereits jemand anderes den Notruf gewählt hat. Nicht jeder hat diese Möglichkeit, und jede Verzögerung kann ein Menschenleben kosten. Die Feuerwehr Wenden (Nordrhein-Westfalen) bestätigt: Am Telefon bleiben, bis die Leitstelle das Gespräch beendet.
Menschenrettung bei Gebäudebrand
Wenn die Feuerwehr noch nicht eingetroffen ist und sich Personen im Gebäude befinden, kann eine Rettung durch andere Bewohner oder Passanten lebensrettend sein. Das Fachbuch gibt dafür klare Anweisungen.
Zunächst muss die eigene Leistungsfähigkeit realistisch eingeschätzt werden. Wer seine Kräfte überschätzt, wird selbst zum Opfer und bindet zusätzliche Rettungskapazitäten. Beim Eintreten einer Tür sollte man seitlich stehen bleiben, da beim Öffnen Flammen herausschlagen können. Vor dem Betreten eines brennenden Raumes sollte dichte Kleidung angelegt und der Körper mit Wasser übergossen werden. Im Raum selbst bewegt man sich gebückt, auf allen Vieren oder kriechend, die Atemwege mit einem feuchten Tuch bedeckt. Am besten hält man den Atem so lange wie möglich an, besonders an Stellen mit offenem Feuer, um die Atemwege nicht zu verbrennen.
Bei der Suche nach Kindern ist zu beachten, dass sich Kinder in Verstecken verbergen: unter Betten, unter Tischen, in Schränken. Sie reagieren häufig nicht auf fremde Stimmen. Ältere und kranke Menschen befinden sich oft auf oder unter ihren Betten.
Das Fachbuch macht eine unmissverständliche Prioritätenaussage: Sobald Personen gefunden sind, sofort zum Ausgang bewegen. Keine Zeit mit dem Löschen oder der Suche nach dem Brandherd verschwenden. Das Wertvollste sind Menschenleben.
Wenn Kleidung Feuer fängt
Brennende Kleidung verursacht laut dem Fachbuch innerhalb von ein bis zwei Minuten schwere Verbrennungen. Die Handlungsanweisungen sind eindeutig.
Wenn die eigene Kleidung brennt: Nicht laufen, da dies die Flammen verstärkt. Schnell versuchen, die Kleidung abzustreifen. Auf den Boden fallen und sich rollend löschen. Wenn ein Gewässer, eine Pfütze oder ein Schneehaufen in der Nähe sind, sofort hineinspringen.
Wenn die Kleidung einer anderen Person brennt: Die Person am Laufen hindern. Beim Ausziehen der Kleidung helfen. Eine Decke, einen Mantel, eine Jacke, Segeltuch oder eine Decke finden und fest gegen die Flammen drücken. Den Kopf dabei freilassen, um die Atemwege vor Verbrennungen zu schützen. Brennende Kleidung mit Erde, Schnee oder Wasser bedecken oder einen Feuerlöscher verwenden. Sofort den Rettungsdienst rufen.
Brand in der Wohnung und im Gebäude
Das Fachbuch beschreibt detailliert das Vorgehen bei einem Wohnungs- oder Gebäudebrand, von der Schule über das Geschäft bis zum Büro. Diese Empfehlungen decken sich weitgehend mit den Richtlinien der Feuerwehr Hamburg, der Berliner Feuerwehr und des Landes Baden-Württemberg.
Entstehungsbrand selbst löschen
Wenn die brennende Fläche gering ist, kann ein Löschversuch unternommen werden. Geeignete Mittel sind: dichte feuchte Stoffe, Erde, Wasser und Waschpulver. Am wirksamsten ist ein Feuerlöscher. Angeschlossene Elektrogeräte dürfen nicht mit Wasser übergossen werden. Hier eignen sich Waschpulver, Blumenerde, Pulverlöscher. Bei einem brennenden Fernseher zuerst den Netzstecker ziehen und von hinten oder von der Seite löschen, da der Bildschirm vorne bersten und Splitter schleudern kann.
Die Feuerwehr Trier ergänzt: Brennendes Fett in der Küche darf unter keinen Umständen mit Wasser gelöscht werden. Es droht eine Fettexplosion mit schwersten Verbrennungen. Stattdessen einen Deckel auf den Topf legen und die Herdplatte abschalten.
Flucht aus dem Gebäude
Wenn der Brand nicht selbst gelöscht werden kann, muss das Gebäude sofort verlassen werden. Nase und Mund werden mit einem feuchten Tuch, Handtuch oder angefeuchteter Kleidung bedeckt. Das Fachbuch weist ausdrücklich darauf hin, dass feuchte Tücher nicht vor Kohlenmonoxid schützen, sondern lediglich die Reizwirkung auf die Atemwege mindern.
Vor dem Öffnen von Türen sollte die Türklinke mit dem Handrücken geprüft werden. Ist sie heiß, brennt es auf der anderen Seite, und die Tür darf nicht geöffnet werden.
Die Fortbewegung erfolgt in niedriger Höhe, jedoch nicht tiefer als 30 Zentimeter über dem Boden. Unterhalb dieser Grenze sammeln sich schwere, giftige Verbrennungsprodukte. In Stehhöhe und darüber ist der Sauerstoffgehalt geringer und die Temperatur höher.
Beim Verlassen des Gebäudes ist an die umgebenden Personen zu denken, die möglicherweise Hilfe benötigen. Nach dem Verlassen des Gebäudes darf dieses bis zum Eintreffen der Feuerwehr nicht wieder betreten werden. Die Feuerwehr und die Umstehenden müssen darüber informiert werden, dass man das Gebäude verlassen hat, da sonst Rettungskräfte unter Lebensgefahr nach der Person suchen. Die Feuerwehr muss erfahren, wie viele Menschen noch im Gebäude verblieben sind und wo sich der Brandherd befindet.
Die Berliner Feuerwehr fügt hinzu: Wer Brandrauch eingeatmet hat, sollte sich auch bei subjektivem Wohlbefinden vom Rettungsdienst untersuchen lassen, da die Wirkung von Kohlenmonoxid zeitverzögert eintreten kann.
Wenn die Flucht unmöglich ist
Kann die Wohnung nicht verlassen werden, gibt das Fachbuch eine klare Handlungsabfolge vor: Die Atemwege mit einem feuchten Tuch bedecken. Nach Möglichkeit die Gaszufuhr absperren und die Elektrizität abschalten. Türen und Fenster fest verschließen, um den Luftzug zu unterbinden. Badewanne, Eimer und andere Behälter mit Wasser füllen. Türen, Boden, Glasscheiben und Vorhänge mit Wasser übergießen.
Wer einen Balkon hat und die Möglichkeit besteht, diesen zu betreten, sollte dies unverzüglich tun und Hilferufe an Rettungskräfte, Passanten oder Nachbarn richten. Bewohner des ersten Stockwerks können vorsichtig absteigen und das Gebäude verlassen. Ab dem zweiten Stockwerk aufwärts sollte geprüft werden, ob ein Übergang auf einen benachbarten Balkon (sofern dort kein Brand herrscht) oder auf eine Feuerleiter möglich ist.
Gibt es keinen Balkon oder ist der Zugang nicht möglich, sollte man sich mit einem hellen Gegenstand oder einer Taschenlampe am Fenster bemerkbar machen.
Das Land Baden-Württemberg und die Berliner Feuerwehr bestätigen: Bei verrauchtem Treppenhaus in der Wohnung bleiben, Türritzen mit feuchten Handtüchern abdichten, ans Fenster oder auf den Balkon gehen und auf die Feuerwehr warten.
Brand im Wald
Waldbrände erfordern ein grundlegend anderes Vorgehen als Gebäudebrände. Das Fachbuch gliedert die Maßnahmen in sieben Schritte.
Schritt 1: Lagebeurteilung. Zunächst muss das Ausmaß des Brandes, die Windrichtung und die Bewegungsrichtung des Feuers eingeschätzt werden. Wenn eine selbstständige Löschung möglich erscheint, muss in jedem Fall zuerst die Feuerwehr gerufen werden, bevor mit dem Löschen begonnen wird.
Schritt 2: Aufgabenteilung. Sind zwei Personen anwesend, sollte eine Person sich in Richtung der nächsten Siedlung bewegen, um die Feuerwehr zu alarmieren, während die andere vor Ort bleibt.
Schritt 3: Löschversuche. Zum Löschen können Erde, Wasser und Sand verwendet werden. Kleine Brandflächen lassen sich mit festen Schuhen austreten. Frische Äste von Laubbäumen mit einer Länge von 1,5 bis 2 Metern oder dichte, feuchte Stoffstücke und Kleidung können als Löschmittel eingesetzt werden. Die Technik besteht aus gleitenden Schlägen, die das Feuer in Richtung des Brandherdes fegen und andrücken. Anschließend werden die Äste gewendet, um sie abzukühlen, bevor weitere Schläge folgen.
Schritt 4: Flucht. Wenn das Feuer nicht gelöscht werden kann, muss das Gebiet verlassen werden. Dabei gilt: Nicht versuchen, das Feuer zu überholen. Die Fluchtrichtung verläuft gegen den Wind und senkrecht zur Feuerfront.
Schritt 5: Fallende Bäume. Umstürzende Bäume stellen eine eigenständige Gefahr dar und sind während der Flucht zu beachten.
Schritt 6: Atemschutz. Bei der Fortbewegung durch dichten Rauch sollten die Atemwege mit feuchtem Stoff oder feuchter Kleidung bedeckt werden.
Schritt 7: Torfböden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Untergrund. Torfböden und Moore können unterirdisch brennen. Rauch steigt dann aus dem Boden auf, und der ausgebrannte Torf bildet Hohlräume, in die man einbrechen kann. Das Fachbuch empfiehlt, den Boden vor sich mit einer Stange zu prüfen.
Das BBK ergänzt für den deutschen Kontext: Die App “Hilfe im Wald” ermöglicht es, im Notfall den nächsten Rettungspunkt im Wald zu finden und den Standort präzise an die Leitstelle zu übermitteln. In der Schweiz bietet das Naturgefahrenportal (naturgefahren.ch) aktuelle Gefahrenstufen, in Österreich informiert das BMLUK über die regionale Waldbrandsituation.
Brand im Fahrzeug
Das Fachbuch unterscheidet zwischen PKW-Bränden und Bränden in öffentlichen Verkehrsmitteln.
PKW-Brand
Schritt 1: Anhalten und den Motor abstellen. Das Fahrzeug sichern (Gang einlegen, Handbremse anziehen). Das Warndreieck aufstellen oder die Warnblinkanlage einschalten.
Schritt 2: Sofort die Feuerwehr rufen.
Schritt 3: Am wirksamsten löscht ein Feuerlöscher in Kombination mit einer dichten, nicht-synthetischen Decke.
Schritt 4: Ist kein Löscher vorhanden, vorbeifahrende Autofahrer anhalten und um einen Feuerlöscher bitten.
Schritt 5: In der Regel brennt der Motorraum oder der Innenraum. Bei einem Motorbrand die Haube nicht hastig öffnen: Der Sauerstoffzufluss lässt die Flammen schlagartig aufflammen und kann schwere Verbrennungen verursachen. Bei einem Innenraumbrand das Fahrzeug sofort verlassen, da die Innenverkleidung beim Verbrennen toxische Stoffe freisetzt und die Temperatur rapide steigt.
Schritt 6: Wenn das Feuer nicht gelöscht werden kann, auf sicheren Abstand gehen und auf die Feuerwehr warten.
Schritt 7: Verletzten Erste Hilfe leisten.
Der ADAC ergänzt: In Tunneln den Schlüssel stecken lassen, den Motor ausschalten und das Fahrzeug über die gekennzeichneten Notausgänge verlassen.
Brand in öffentlichen Verkehrsmitteln
Schritt 1: Sofort den Fahrer oder Zugführer über den Brand informieren.
Schritt 2: Bei Bedarf dem Fahrer beim Löschen helfen. Den Feuerlöscher verwenden, der sich im Fahrgastraum befinden muss. Die eigenen Möglichkeiten nicht überschätzen.
Schritt 3: Das Fahrzeug ruhig verlassen, ohne Gedränge und Panik auszulösen. Den Mitreisenden bei der Bewältigung ihrer Emotionen helfen. Bei der Evakuierung unterstützen, besonders Kinder, ältere und kranke Menschen.
Schritt 4: Wenn das Verlassen über die Türen nicht möglich ist, die Notluken und Fenster nutzen. Diese können mit einem harten Gegenstand oder mit beiden Füßen eingeschlagen werden.
Schritt 5: In elektrischen Verkehrsmitteln können bei beschädigter Verkabelung Metalloberflächen des Innenraums und der Karosserie unter Spannung stehen. Diese nicht berühren.
Schritt 6: Bei der Verbrennung von Fahrzeugmaterialien werden giftige Substanzen freigesetzt. Die Atemwege sind mit feuchtem Stoff zu bedecken.
Notrufnummern und staatliche Informationsquellen
Für den D-A-CH-Raum gelten folgende zentrale Notrufnummern:
* 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst): einheitlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz
* 118 (Feuerwehr): zusätzlich in der Schweiz
Quellen:
* Fachbuch “Klimatische Katastrophe. Was tun?” Sergej Sawin. ” Minsk: Kolorgrad-Verlag ISBN 978-985-596-115-5, Kapitel “Brand” (S. 17-28);
* Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK);
* Deutscher Feuerwehrverband;
* Initiative “Rauchmelder retten Leben” (rauchmelder-lebensretter.de);
* Berliner Feuerwehr;
* Feuerwehr Hamburg;
* Land Baden-Württemberg;
* Feuerwehr Wenden (NRW);
* Feuerwehr Trier;
* ADAC;
* Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BLE), Waldbrandstatistik 2024/2025;
* Schweizer Bundesverwaltung (admin.ch);
* Naturgefahrenportal Schweiz (naturgefahren.ch);
* Touring Club Schweiz (TCS);
* Greenpeace Schweiz;
* Österreichisches Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (BMLUK);
* MChS Belarus (mchs.gov.by/pravila/deistv_pri_pogare.pdf).
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