ALLGEMEIN

OT-Monitoring: Warum Transparenz in industriellen Netzwerken so wichtig ist

Wer Verantwortung für industrielle Infrastrukturen trägt, kennt diese Situation wahrscheinlich: Eine Produktionsanlage steht still, Warnmeldungen blinken auf, Prozesse laufen nicht wie geplant, oder einzelne Systeme reagieren nicht mehr wie gewohnt. Die Ursachen können vielfältig sein. Liegt es am Netzwerk, einer SPS oder doch am SCADA-System? Oder vielleicht an einem Sensor, den niemand in die Monitoring-Lösung aufgenommen hat?

Mit der zunehmenden Vernetzung industrieller Umgebungen gewinnt deshalb das umfassende Monitoring von Operational Technology (OT) immer mehr an Bedeutung. OT-Systeme liefen jahrzehntelang eigenständig und für klassische IT-Monitoring-Tools praktisch unsichtbar. Heute sind sie häufig eng mit IT-Systemen, Cloud-Anwendungen und IoT-Plattformen verbunden, mit jedem neuem Gerät im OT-Netzwerk wächst die Angriffsfläche. Ganzheitliches OT-Monitoring ist daher ein zentraler Bestandteil moderner Industrieumgebungen.

Kommentar von Daniel Sukowski, Global Business Development Industry & OT bei Paessler

OT-Umgebungen gehören zu den komplexesten Bereichen der gesamten Infrastruktur. Dabei sind sie nicht selten über Jahre oder Jahrzehnte gewachsen und vereinen unterschiedlichste Technologien, Geräte und Hersteller. Häufig gibt es auch Legacy-Systeme wie ältere Steuerungssysteme auf Basis von Modbus neben modernen IIoT-Geräten, die über MQTT kommunizieren. Hinzu kommen SPSen, HMIs, DCS-Systeme, industrielle Gateways und SCADA-Plattformen, die oft das Rückgrat der Produktionssteuerung bilden. Diese Heterogenität stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Für das Monitoring von OT-Umgebungen ist eine Lösung notwendig, die die Sprache der OT-Anlagen spricht, ohne die Automatisierungsprozesse und die von ihnen gesteuerten physikalischen Abläufe zu stören.

Gleichzeitig haben Cyberbedrohungen stark zugenommen, Malware-Kampagnen wie Industroyer oder TRITON zielen speziell auf industrielle Umgebungen ab. Vorschriften wie die EU-Richtlinie NIS-2 verpflichten Unternehmen in kritischen Infrastrukturen zunehmend zu kontinuierlichem Monitoring, Risikobewertungen und einem strukturierten Risikomanagement. Eine solide Sicherheitsstrategie in der OT beginnt daher mit ganzheitlicher Transparenz. Teams müssen genau wissen, welche Systeme sich in ihrem Netzwerk befinden und wie sie miteinander kommunizieren. Entsprechend steigt auch der Bedarf an Informationen nahezu in Echtzeit über den Zustand von Anlagen und Netzwerken. Betreiber sollten frühzeitig erkennen können, wenn sich Leistungswerte verändern, Verbindungen instabil werden oder kritische Komponenten auszufallen drohen. Dafür ist ein Monitoring erforderlich, das die Besonderheiten industrieller Umgebungen berücksichtigt und gleichzeitig eine möglichst umfassende Sicht auf die vorhandenen Assets ermöglicht.

Was eine gute OT-Monitoring-Lösung auszeichnet

Eine zentrale Voraussetzung für effektives Monitoring von OT-Geräten ist, dass die in industriellen Umgebungen etablierten Kommunikationsstandards unterstützt werden. Monitoring-Lösungen müssen unterschiedliche Technologien parallel abbilden und verschiedene Protokolle unterstützen. Dazu gehören unter anderem:

· OPC UA hat sich als Standard für industrielle Interoperabilität etabliert. Moderne Monitoring-Lösungen ermöglichen die Überwachung von Serverstatus, Zertifikaten und individuellen Datenpunkten OPC-UA-fähiger Systeme. Gerade Zertifikate werden häufig unterschätzt: Läuft ein Zertifikat ab, kann die Kommunikation zwischen kritischen Anlagen unbemerkt ausfallen.

· Modbus bleibt insbesondere in Legacy-Systemen weit verbreitet. Viele ältere Steuerungen erfüllen weiterhin wichtige Aufgaben innerhalb der Produktion. Ein leistungsfähiges Monitoring sollte deshalb auch Daten aus Modbus-Geräten erfassen können, von Temperaturwerten über Ventilstellungen und Motordrehzahlen bis hin zu Fehlerständen.

· MQTT wiederum hat sich als wichtiger Standard für IIoT-Geräte etabliert. Das Monitoring von MQTT-Brokern, Nachrichtenflüssen und Topic-Abonnements schafft Transparenz über verteilte Sensornetzwerke und moderne IoT-Infrastrukturen.

Durch die Zusammenführung dieser Informationen entsteht ein zentrales Dashboard, das Administratoren einen umfassenden Überblick über ihre OT-Umgebung bietet. So müssen sie nicht zwischen verschiedenen Tools hin und her wechseln und sich auch nicht fragen, warum die Warnmeldungen zweier verschiedener Systeme nicht übereinstimmen.

SCADA-Integration, ohne bestehende Prozesse zu verändern

Eine besondere Herausforderung beim OT-Monitoring ist der Umgang mit SCADA-Systemen. Diese gehören zu den kritischsten Komponenten der gesamten Infrastruktur und werden deshalb nur äußerst vorsichtig verändert. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis, Informationen aus anderen Bereichen der Infrastruktur auch in SCADA verfügbar zu machen.

Netzwerk-Monitoring Tools, wie Paessler PRTG, lösen dieses Problem mit einer OPC-UA-Server-Erweiterung. Das Tool sammelt dabei Echtzeitdaten aus der IT- und OT-Infrastruktur mithilfe von SNMP, WMI, REST-APIs, Modbus und anderen Protokollen. Anschließend stellt es diese Daten als OPC-UA-Knoten bereit, mit denen sich SCADA-Systeme als Client verbinden können, ohne das SCADA-System selbst zu verändern. Dadurch entsteht ein umfassenderer Überblick über den Zustand der Infrastruktur, Störungen lassen sich schneller analysieren.

Sicherheit, Segmentierung und Transparenz über alle Assets

Cybersicherheit im operativen Bereich unterscheidet sich grundlegend von klassischer IT-Sicherheit. Viele Systeme können nicht einfach regelmäßig aktualisiert oder gepatcht werden, auch andere für die traditionelle IT entwickelte Sicherheitsmaßnahmen können nicht ohne Weiteres auf industrielle Netzwerke übertragen werden. Umso wichtiger ist die Transparenz über sämtliche Assets. Moderne Monitoring-Tools bieten Funktionen zur automatischen Erkennung von Geräten und erstellen ein vollständiges Inventar der OT-Infrastruktur, von SPSen und RTUs bis hin zu HMIs und industriellen Gateways. Auf dieser Basis lassen sich kritische Systeme identifizieren und priorisieren. Auch Baselines für normales Verhalten können festgelegt werden.

OT-Monitoring überwacht so die Netzwerkverkehrsmuster und meldet Anomalien nahezu in Echtzeit. Unbefugte Zugriffsversuche, ungewöhnliche Kommunikationsflüsse in industriellen Netzwerken oder unerwartete Veränderungen im Geräteverhalten sind die Indikatoren, um einen potenziellen Sicherheitsvorfall frühzeitig zu erkennen. Für Umgebungen mit segmentierten Netzwerken oder isolierten OT-Zonen ist zudem verteiltes Monitoring über Remote-Probes unerlässlich. Die Probes befinden sich innerhalb des sicheren OT-Netzwerks, erfassen Daten lokal und übertragen diese verschlüsselt an den zentralen Server.

Fazit

Die zunehmende Konvergenz von IT und OT macht Transparenz zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen. Moderne Produktionsumgebungen bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme, Protokolle und Geräte, deren zuverlässiger Betrieb nur mit einer ganzheitlichen Sicht auf die Infrastruktur gewährleistet werden kann. Leistungsfähiges OT-Monitoring mit Tools, wie Paessler PRTG, schafft die Grundlage für höhere Verfügbarkeit, bessere Cybersecurity und eine effizientere Fehleranalyse.

Paessler bietet Monitoring-Lösungen für Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen an, von kleinen Unternehmen, über den Mittelstand bis hin zu Großkonzernen. Paessler arbeitet mit renommierten Partnern zusammen, um sich gemeinsam den Monitoring-Herausforderungen einer sich immer schneller verändernden Welt zu stellen. Seit 1997, als PRTG Network Monitor auf den Markt kam, verbindet Paessler sein tiefgreifendes Monitoring-Wissen mit Innovationsgeist. Heute vertrauen mehr als 500.000 Anwender in über 190 Ländern auf PRTG und andere Paessler Lösungen, um ihre komplexen IT-, OT- und IoT-Infrastrukturen zu überwachen. Die Produkte von Paessler befähigen Nutzer, aus Daten umsetzbares Wissen zu erlangen, und helfen ihnen so, ihre Ressourcen zu optimieren.

Erfahren Sie mehr über Paessler – und wie Monitoring Ihnen helfen kann – unter www.paessler.com.

Firmenkontakt
Paessler GmbH
Florian Staffort
Thurn-und-Taxis-Str. 14
90411 Nürnberg
+49 (0)911 93775-0
https://www.paessler.de

Pressekontakt
Sprengel & Partner GmbH
Nico Reinicke
Nisterstrasse 3
56472 Nisterau
02661-912600

Startseite

Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.

Achtung

Für den Inhalt des Artikels ist der jeweilige Autor und nicht der Seitenbetreiber verantwortlich.

 

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"