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Prävention beginnt im Alltag – und darf nicht am Geld scheitern

Zum Internationalen Tag der Betreuung und Unterstützung fordert die BdSAD, qualifizierte Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung zu stärken und ihre Finanzierung zu sichern.

BildBerlin, 29. Oktober 2026. Selbstständigkeit erhalten, soziale Isolation verhindern und Angehörige entlasten: Qualifizierte Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können. Anlässlich des Internationalen Tages der Betreuung und Unterstützung macht die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten und Alltagsbegleiter Deutschland e. V. (BdSAD) auf die gesellschaftliche und präventive Bedeutung dieser Dienstleistungen aufmerksam. Zugleich warnt sie davor, dass durch die geplanten Änderungen im Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) bewährte Finanzierungsmöglichkeiten eingeschränkt und gewachsene Unterstützungsstrukturen gefährdet werden könnten.

Prävention beginnt vor der Pflegebedürftigkeit

Ende 2023 waren in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. Etwa 86 Prozent wurden zu Hause versorgt, rund 3,1 Millionen ausschließlich durch Angehörige. Diese Zahlen verdeutlichen die Bedeutung verlässlicher Unterstützung im häuslichen Umfeld. Doch der Bedarf beginnt häufig lange vor Eintritt einer Pflegebedürftigkeit.

Soziale Kontakte, Bewegung, geistige Anregung und die Möglichkeit, den eigenen Alltag aktiv zu gestalten, sind wesentliche Voraussetzungen für Lebensqualität und Selbstständigkeit. Hier setzt qualifizierte Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung an: Sie motiviert, fördert vorhandene Fähigkeiten, stärkt Eigeninitiative und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe. Dabei richtet sie sich an Menschen mit und ohne Pflegegrad.

Frühzeitige Unterstützung kann dazu beitragen, Selbstständigkeit länger zu erhalten, sozialem Rückzug entgegenzuwirken und Angehörige zu entlasten. Sie ist keine Pflegeleistung, sondern eine eigenständige, qualifizierte Dienstleistung mit präventivem Potenzial.

“Fürs Kaffeetrinken bezahlt werden?” – Ein Vorurteil mit Folgen

Der Einwand, jeder könne mit älteren Menschen Kaffee trinken gehen, verkennt den Wert qualifizierter Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung. Nicht der Kaffee ist die Dienstleistung, sondern das, was durch gemeinsame Zeit ermöglicht wird: Ein Cafébesuch schafft soziale Kontakte, ein Spaziergang fördert die Mobilität und ein Gespräch kann Vertrauen aufbauen.

Qualifizierte Begleitung nimmt individuelle Bedürfnisse wahr, erkennt Veränderungen frühzeitig und motiviert Menschen, ihre Fähigkeiten und Interessen weiterhin zu nutzen. Was nach einer alltäglichen Begegnung aussieht, kann einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Selbstständigkeit und Lebensqualität leisten.

“Wer Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung auf einen Kaffee-Plausch reduziert, unterschätzt, wie viel Kompetenz hinter vermeintlich einfachen Alltagssituationen steckt. Gute Begleitung nimmt Menschen nicht das Leben aus der Hand, sondern stärkt sie darin, es möglichst lange selbst zu gestalten”, erklärt Carolin Favretto, Vorsitzende der BdSAD.

PNOG: Anerkennung allein reicht nicht – Unterstützung muss bezahlbar bleiben

Mit dem Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sollen Leistungen und Finanzierungsstrukturen der Pflegeversicherung neu geordnet werden. Dabei stehen auch bisherige Finanzierungsmöglichkeiten für Unterstützung im Alltag, insbesondere die Verhinderungspflege in ihrer bisherigen Form, zur Diskussion.

Die BdSAD begrüßt grundsätzlich Bestrebungen, Anerkennungsstrukturen weiterzuentwickeln. Doch Anerkennung allein genügt nicht. Qualifizierte Angebote müssen für die Menschen, die sie benötigen, auch tatsächlich zugänglich und finanzierbar bleiben.

Werden bestehende Finanzierungsmöglichkeiten eingeschränkt, drohen weitreichende Folgen: Pflegebedürftige verlieren bewährte Unterstützung, Angehörige werden zusätzlich belastet und gewachsene Versorgungsstrukturen geraten unter Druck. Auch selbstständige Anbieter qualifizierter Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung, die über Jahre verlässliche Beziehungen zu ihren Kunden aufgebaut haben, können dadurch in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden.

Qualifizierte Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung sind professionelle Dienstleistungen, die Kompetenz, Erfahrung und Verantwortung erfordern und angemessen vergütet werden müssen. Gleichzeitig darf der Zugang zu diesen Angeboten nicht allein vom Geldbeutel abhängen.

Wer Selbstständigkeit erhalten will, muss Unterstützung ermöglichen

Die BdSAD fordert deshalb, bewährte Finanzierungsmöglichkeiten für qualifizierte Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung zu erhalten und verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Weiterentwicklung zu schaffen. Zugleich muss Prävention stärker in den Blick genommen werden: Unterstützung sollte nicht erst dann einsetzen, wenn Pflegebedürftigkeit bereits eingetreten ist.

“Wir können nicht einerseits fordern, dass Menschen möglichst lange selbstständig leben sollen, und andererseits die Finanzierung der Unterstützung infrage stellen, die genau das ermöglicht. Wer Selbstständigkeit erhalten will, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen”, betont Carolin Favretto, Vorsitzende der BdSAD.

Prävention beginnt im Alltag. Sie braucht qualifizierte Angebote, verlässliche Strukturen und eine Finanzierung, die ihre Nutzung tatsächlich ermöglicht.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten und Alltagsbegleiter Deutschland e. V. (BdSAD)
Carolin Favretto
Pappelallee 78/79
10437 Berlin
Deutschland

fon ..: 01728217884
web ..: http://bdsad.de
email : presse@bdsad.de

Die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten und Alltagsbegleiter Deutschland e. V. (BdSAD) mit Sitz in Berlin vertritt die Interessen qualifizierter Anbieter professioneller Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung. Sie setzt sich für die gesellschaftliche Anerkennung des Berufsbildes, hohe Qualitätsstandards und die Stärkung selbstbestimmter Lebensführung ein. Als Beratungs- und Kompetenznetzwerk fördert sie fachlichen Austausch und die Weiterentwicklung qualifizierter Alltagsunterstützung.

Pressekontakt:

Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten und Alltagsbegleiter Deutschland e. V. (BdSAD)
Anja Mikulla
Pappelallee 78/79
Berlin 10437

fon ..: 01728217884
email : presse@bdsad.de

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