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Regenwasser wird zur Ressource für Gebäude und Grünflächen

Wasser zurückhalten, speichern und gezielt nutzen: Neue Systeme verbinden Regenwassermanagement mit Bewässerung, Gebäudetechnik und begrünten Dächern.

BildStarkregen und längere Trockenperioden stellen zwei Seiten derselben Herausforderung dar. Innerhalb kurzer Zeit können große Niederschlagsmengen auf Dächer und versiegelte Flächen treffen, während wenige Wochen später Wasser für Bäume, Grünflächen und Gärten fehlt. Neue Lösungen für Regenwassermanagement setzen deshalb zunehmend darauf, Niederschlag nicht möglichst schnell abzuleiten, sondern ihn dort zu speichern und zu nutzen, wo er anfällt.

Wie unterschiedlich dieser Ansatz umgesetzt werden kann, zeigt die aktuelle Berichterstattung von Messe.TV. Auf der GaLaBau 2026 in Nürnberg hat sich die Redaktion unter anderem Systeme von Frank, Graf und Zinco angesehen. Das Spektrum reicht von unterirdischen Regenwassertanks für private Grundstücke über vernetzte Speicherlösungen für größere Gebäude und Areale bis zu Gründächern, die Niederschlag zurückhalten und wieder für die Vegetation verfügbar machen.

Gemeinsam ist den unterschiedlichen Konzepten ein veränderter Blick auf Regenwasser. Niederschlag wird nicht mehr ausschließlich als Abfluss betrachtet, der von einem Grundstück oder Gebäude entfernt werden muss. Gespeichertes Wasser kann für die Bewässerung zur Verfügung stehen, über Verdunstung das Mikroklima beeinflussen oder sogar in weitergehende Konzepte der Gebäudetechnik einbezogen werden.

Regenwasser speichern statt direkt ableiten

Die klassische Zisterne ist ein vergleichsweise einfaches Beispiel für diesen Ansatz. Wasser von der Dachfläche wird gesammelt und steht anschließend für Zeiten zur Verfügung, in denen wenig oder kein Niederschlag fällt.

Gerade für die Gartenbewässerung liegt der Nutzen auf der Hand. Statt Pflanzen während trockener Sommerperioden ausschließlich mit Trinkwasser zu versorgen, kann zuvor gesammelter Niederschlag verwendet werden. Gleichzeitig fließt das gespeicherte Wasser während eines Regenereignisses nicht unmittelbar in die Kanalisation.

Wie sich solche Systeme auch nachträglich auf privaten Grundstücken integrieren lassen, zeigt Graf mit einer flach ausgeführten Tanklösung. Die geringere Bauhöhe soll den notwendigen Erdaushub reduzieren. Unterschiedliche Speichergrößen und eine automatische Wasserförderung ermöglichen eine Anpassung an Grundstück, Dachfläche und Wasserbedarf.

Bei größeren gewerblichen oder industriellen Anwendungen ändern sich die Dimensionen erheblich. Dort können große Dachflächen entsprechend hohe Wassermengen liefern, gleichzeitig bestehen häufig zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten. Grünanlagen, technische Anwendungen oder andere Verbraucher können dazu beitragen, dass gespeicherter Niederschlag tatsächlich wieder eingesetzt wird.

Damit verändert sich die Rolle des Regenwasserspeichers. Die Zisterne dient nicht mehr nur dazu, Trinkwasser bei der Gartenbewässerung einzusparen. Sie wird zunehmend Bestandteil eines dezentralen Wassermanagements, das Rückhalt und spätere Nutzung miteinander verbindet.

Dächer und befestigte Flächen werden selbst zum Wasserspeicher

Noch einen Schritt weiter gehen Systeme, bei denen nicht allein eine zentrale Zisterne für die Speicherung zuständig ist.

Frank zeigte auf der GaLaBau ein Konzept, das unterschiedliche Flächen eines Grundstücks miteinander verbindet. Bereits auf dem Dach kann Niederschlag zurückgehalten werden. Auch Flächen unter Wegen und Zufahrten lassen sich in das Speicherkonzept einbeziehen, bevor weiteres Wasser in einer zentralen Zisterne gesammelt wird.

Der interessante Gedanke dahinter: Flächen, die ohnehin vorhanden sind, übernehmen zusätzliche Aufgaben.

Ein Dach schützt das Gebäude nicht mehr nur vor der Witterung, eine Zufahrt dient nicht ausschließlich dem Verkehr und eine Zisterne ist nicht lediglich ein Vorratsbehälter für die Bewässerung. Werden diese Elemente gemeinsam geplant, kann ein erheblicher Teil des Niederschlags zunächst auf dem Grundstück verbleiben.

Dabei entstehen weitere Nutzungsmöglichkeiten. Bei dem von Frank vorgestellten System kann gespeicherte Feuchtigkeit unter befestigten Flächen beispielsweise wieder in Richtung Oberfläche gelangen und dort verdunsten. Die unterirdische Zisterne lässt sich darüber hinaus über Wärmetauscher in ein energetisches Gebäudekonzept einbinden.

Gerade bei größeren Neubauprojekten und Gewerbearealen wird damit aus einzelnen Komponenten ein Gesamtsystem. Regenwassermanagement muss dann frühzeitig gemeinsam mit Außenanlagen, Gebäudetechnik und Entwässerung geplant werden.

Die ausführlichen Videos und Artikel zu diesen und weiteren Entwicklungen zeigt Messe.TV in der Berichterstattung von der GaLaBau 2026.

Gründächer verbinden Wasserrückhalt und Verdunstung

Besonders interessant für dicht bebaute Bereiche ist die Frage, welche Aufgaben Dachflächen künftig übernehmen können. Hier treffen mehrere Anforderungen aufeinander: Niederschlag soll zurückgehalten werden, Gebäude benötigen Schutz vor Starkregenfolgen und gleichzeitig werden zusätzliche Grünflächen für das Stadtklima benötigt.

Klassische Retentionsdächer können Niederschlag aufnehmen und zeitlich verzögert abgeben. Moderne Systeme versuchen zunehmend, das zurückgehaltene Wasser zusätzlich für die Vegetation zu nutzen.

Zinco verfolgt diesen Ansatz mit dem auf der GaLaBau vorgestellten Sponge City Roof. Niederschlag wird unterhalb der Begrünung gespeichert und kann über Kapillarkräfte wieder in Richtung Vegetationsschicht gelangen. Eine elektrische Pumpe ist für diesen Wassertransport nicht erforderlich. Die Pflanzen nehmen Feuchtigkeit auf und geben einen Teil davon durch Verdunstung wieder an ihre Umgebung ab.

Damit erfüllt das gespeicherte Wasser gleich mehrere Aufgaben. Es steht während trockener Phasen für die Begrünung zur Verfügung, während die Verdunstung zur Kühlung der unmittelbaren Umgebung beitragen kann. Gleichzeitig entsteht durch Wasserverbrauch und Verdunstung wieder Speichervolumen für nachfolgende Niederschläge.

Solche Systeme zeigen allerdings auch, dass Wasserrückhalt auf Gebäuden nicht isoliert geplant werden kann. Wasser bringt zusätzliches Gewicht auf das Dach. Statik, Abdichtung, Aufbauhöhe und Speichervolumen müssen deshalb von Beginn an berücksichtigt werden.

Interessant wird zudem die Mehrfachnutzung der verfügbaren Dachfläche. Begrünung und Regenwasserrückhalt können beispielsweise mit Photovoltaik kombiniert werden. Ein Dach kann damit gleichzeitig zur Stromerzeugung, Wasserspeicherung, Vegetation und Verdunstung beitragen.

Genau darin liegt eine wichtige Entwicklung für die kommenden Jahre: Flächen in Städten und auf größeren Gebäuden sind begrenzt. Je mehr sinnvolle Funktionen sich miteinander verbinden lassen, desto effizienter können sie genutzt werden.

Regenwassermanagement wird Teil der Klimaanpassung

Die vorgestellten Lösungen unterscheiden sich erheblich in Größe und technischer Umsetzung. Ein Regenwassertank für den privaten Garten verfolgt andere Anforderungen als ein Speichersystem für ein Gewerbeareal oder ein Retentionsdach auf einem größeren Gebäude.

Trotzdem reagieren alle auf dasselbe grundlegende Problem: Niederschlag und Wasserbedarf treten zeitlich immer häufiger auseinander.

Während eines Starkregens ist innerhalb kurzer Zeit zu viel Wasser vorhanden. Während längerer Trockenperioden fehlt es anschließend an genau dieser Ressource. Systeme zur Speicherung schaffen eine Verbindung zwischen diesen Situationen.

Das Prinzip der Schwammstadt überträgt diesen Gedanken auf größere Zusammenhänge. Niederschlag soll möglichst lokal aufgenommen, gespeichert, versickert, verdunstet oder später genutzt werden, anstatt vollständig und unmittelbar abzufließen. Zisternen, Gründächer, Retentionsflächen und andere Speicher können jeweils einen Teil dazu beitragen.

Für Garten- und Landschaftsbauer, Planer, Kommunen und Gebäudeeigentümer wächst damit ein technisches Aufgabenfeld, das weit über die klassische Entwässerung hinausgeht. Grünflächen, Dächer, befestigte Bereiche und Wasserspeicher werden zunehmend gemeinsam betrachtet.

Die Beiträge von Messe.TV zeigen anhand konkreter Systeme, welche Lösungen dafür bereits verfügbar sind und wie unterschiedlich die Hersteller an die Aufgabe herangehen. Dabei steht nicht nur die Frage im Mittelpunkt, wie viel Wasser gespeichert werden kann. Ebenso interessant ist, was anschließend mit dem Niederschlag geschieht.

Genau darin liegt der Wandel: Regenwasser wird vom kurzfristigen Entwässerungsproblem zunehmend zu einer Ressource für Trockenperioden, Vegetation und klimaangepasste Gebäude.

Neben Regenwassermanagement und Gründach hat Messe.TV auf der GaLaBau auch zahlreiche Neuheiten bei Maschinen für den Garten- und Landschaftsbau begleitet. Aktuelle Beiträge zu Minibaggern, Radladern, Verdichtungstechnik und weiteren Entwicklungen sind im Messe.TV-Themenbereich Baumaschinen gebündelt.

Unterstützt wird die Messe.TV-Berichterstattung von Desjoyaux Pools. Wir bedanken uns bei unserem Sponsor für die Unterstützung. Auch rund um den eigenen Pool kann ein sinnvoller Umgang mit Niederschlag und Wasser künftig an Bedeutung gewinnen. Weitere Informationen rund um Swimmingpool und Poolbau gibt es bei pool-garten.de.

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