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Tierschutzorganisationen fordern das Ende von Tierimporten für Tierversuche über den Flughafen Frankfurt-Hahn

Mit einer Postkartenaktion an den Flughafen und einer digitalen Briefaktion können BürgerInnen die Verantwortlichen auffordern, Tiertransporte für Tierversuche über Frankfurt-Hahn zu stoppen.

BildGemeinsame Pressmitteilung
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Deutscher Tierschutzbund – Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
SOKO Tierschutz e.V.
02. November 2026

Nach Aufdeckung von Beagle-Transporten

Tierschutzorganisationen fordern das Ende von Tierimporten für Tierversuche über den Flughafen Frankfurt-Hahn

Die Vereine Ärzte gegen Tierversuche, Soko Tierschutz und der Deutsche Tierschutzbund Landesverband Rheinland-Pfalz starten eine gemeinsame Kampagne gegen die Einfuhr von Tieren für Tierversuche über den Flughafen Frankfurt-Hahn. Nach Angaben der Landesregierung Rheinland-Pfalz wurden zwischen 2021 und 2025 insgesamt 2.747 Tiere – darunter 2.326 Hunde und 119 Katzen – aus Nicht-EU-Ländern über den Flughafen eingeführt.

Im Oktober 2025 dokumentierte SOKO Tierschutz e.V. die Einfuhr von 270 Beagles aus den USA über den Flughafen Hahn (1). Die Hunde stammten nach Recherchen der Organisation wahrscheinlich von Marshall Bioresources, einem großen Züchter von Tieren für Tierversuchslabore. Die Recherchen der Organisation sowie Antworten der Landesregierung belegen, dass über Frankfurt-Hahn Hunde für Tierversuche eingeführt wurden.

Wie aus den Antworten der Landesregierung Rheinland-Pfalz auf zwei Kleine Anfragen hervorgeht, wurden zwischen 2021 und 2025 insgesamt 2.747 Tiere aus Nicht-EU-Staaten über den Flughafen Frankfurt-Hahn eingeführt (2,3). Darunter waren Hunde, Katzen, Frettchen, Kaninchen, Mäuse und ein Braunbär. Für das Jahr 2024 weist die Landesregierung keine entsprechenden Einfuhren aus Drittstaaten aus.

Ein Teil der Tiere verblieb in Deutschland, andere wurden in weitere EU-Staaten wie Finnland, Spanien, Frankreich und Dänemark weiter transportiert. Der Braunbär wurde in ein Schutzreservat gebracht (4). Für die in Rheinland-Pfalz verbliebenen Tiere bestätigte die Landesregierung, dass ein Teil in Tierversuchseinrichtungen gelangte. Für weitere importierte Tiere nannte sie keine Endbestimmung.

“Über Frankfurt-Hahn werden zahlreiche Tiere in die EU eingeführt, darunter nachweislich Tiere, die anschließend in Tierversuchslaboren leiden und sterben. Der Flughafen und die am Standort beteiligten Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen und verbindlich ausschließen, dass Tiere für Tierversuchslabore abgefertigt werden. Wenn sich ihre Bestimmung nicht sicher klären lässt, darf die Abfertigung ebenfalls nicht erfolgen”, erklären die Organisationen.

Mit offenen Briefen an politische Verantwortliche, den Flughafen Frankfurt-Hahn und die VG Cargo GmbH fordern die drei Organisationen, Tiertransporte für Tierversuche über den Flughafen künftig auszuschließen.

Die Kampagne setzt auf öffentliche Beteiligung: Mit einer Postkartenaktion an den Flughafen und einer digitalen Briefaktion können Bürgerinnen und Bürger die Verantwortlichen auffordern, Tiertransporte für Tierversuche über Frankfurt-Hahn zu stoppen. Eine Mahnwache vor Ort ist am 08.11.26 geplant. Die Mitmachaktionen und weitere Informationen zur Kampagne finden Interessierte online unter tierversuchstransporte-stoppen.de.

Frankfurt-Hahn könnte eine Vorbildfunktion für weitere deutsche Einfuhrpunkte übernehmen und die Abfertigung von Tieren für Tierversuche verbindlich ausschließen. Beispiele aus der Luftfrachtbranche, darunter Cargolux und Turkish Cargo, zeigen, dass Unternehmen solche Transporte ablehnen können (5).

Über den Stopp der Tiertransporte hinaus fordern die drei Organisationen einen konsequenten Paradigmenwechsel hin zu tierversuchsfreier, menschenbasierter Forschung. Wissenschaftliche Methoden, die auf menschlichen Zellen, Geweben und Daten beruhen, müssen gezielt gefördert und eingesetzt werden, damit Forschungsergebnisse für die menschliche Gesundheit aussagekräftig und relevant sind.

Weitere Informationen

Kampagne: www.tierversuchstransporte-stoppen.de

Quellen ( Links dazu s. ÄgT-Webseite >> )

1. Flug in den Tod: Versuchstier-Transporte aus den USA zum Flughafen Frankfurt Hahn aufgedeckt. Soko-Tierschutz, April 2026

2. Tiertransporte aus Drittstaaten über den Flughafen Hahn. Antwort der Landesregierung Rheinland-Pfalz auf eine Kleine Anfrage, 24.04.2026, Drucksache 18/14468

3. Transparenz in Bezug auf Tiertransporte über den Flughafen Hahn. Antwort der Landesregierung Rheinland-Pfalz auf eine Kleine Anfrage, 10.07.2026, Drucksache 19/311

4. Alexander Schumitz: Warum werden Hunderte Beagles aus Amerika auf den Flughafen Hahn geflogen? Tierischer Volksfreund, 30.03.2026

5. Live Animals Regulations (LAR) – Edition 5. The International Air Transport Association (IATA), Januar 2025

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschland

fon ..: 02204-99902-24
web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
email : seiler@aerzte-gegen-tierversuche.de

“Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!” – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e.V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.

Pressekontakt:

Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Gaby Neumann
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach

fon ..: 02204-99902-32
email : neumann@aerzte-gegen-tierversuche.de

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