Verpackung im Umbruch: Jens Kallfass über Regulatorik, Materialwandel und die Zukunft der Branche

[Nürtingen ], [28.09.2026]. Steigende Rohstoffkosten, die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und wachsender Druck zu mehr Nachhaltigkeit stellen die Verpackungsbranche vor grundlegende Fragen.
Im Interview ordnet Jens Kallfass, Geschäftsführer der Kallfass Verpackungsmaschinen GmbH, ein, wo der Markt heute steht, welche Fehler Unternehmen beim Umstieg machen – und warum Abwarten die teuerste Option ist.
Einführung & Hintergrund
Herr Kallfass, wie hat sich die Verpackungsbranche in den letzten Jahren am stärksten verändert?
“Der größte Umbruch kommt nicht aus der Technik, sondern aus der Regulatorik. Die EU-Verpackungsverordnung zwingt jeden Hersteller, Recyclingfähigkeit von Anfang an mitzudenken – nicht als Nachgedanke am Ende der Produktentwicklung. Das verändert, wie wir Maschinen und Materialien überhaupt zusammen denken.”
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit dabei konkret in Ihrem Betrieb?
“Eine sehr große Rolle. Das Thema Nachhaltigkeit liegt uns auf zwei Arten sehr am Herzen. Auf der einen Seite haben wir bereits vor 15 Jahren begonnen unsere Betriebsgebäude energetisch zu sanieren. Vor 10 Jahren wurde eine 100 kWp PV-Anlage für Eigenbedarf und zum Einspeisen realisiert und ein großes Biotop mit Teich, Totholzhecken und einer Käferburg eingerichtet.
Auf der anderen Seite bauen wir robuste, langlebige Verpackungsmaschinen mit einer optimalen Cost of Ownership. Diese haben wir so weiterentwickelt, dass diese neben den üblichen Folien auch Folien aus nachwachsenden Rohstoffen und auch siegelfähigen Papiere verarbeiten können. Also Monomaterialien, die einfach im Kreislauf zu halten sind, ist hier das Zauberwort. Der Markt verlangt danach. Kunden fragen nach nachhaltigen Verpackungen. Da sind wir bestens aufgestellt und können diese Kundenwünsche bedienen, ohne dass sich unsere langjährigen Kunden einen neuen Hersteller suchen müssen.”
Herausforderungen in der Praxis
Mit welchen Herausforderungen sind mittelständische Verpackungsbetriebe aktuell am häufigsten konfrontiert?
“An der Investitionshöhe und an fehlendem Know-how gleichermaßen. Eine neue Maschine allein löst das Problem nicht – man braucht Mitarbeiter, die die neuen Materialien und Prozessparameter verstehen. Das unterschätzen viele Betriebe. Hinzu kommt der Zeitdruck: Die PPWR-Fristen rücken näher, aber viele warten immer noch auf die perfekte Lösung, die es so nicht gibt.”
Wie beraten Sie Kunden, die vor genau dieser Entscheidung stehen?
“Nicht auf die perfekte Lösung warten, sondern in Stufen denken. Erst die bestehenden Materialien und Prozesse auditieren, dann priorisieren, dann investieren. Wer versucht, alles auf einmal umzustellen, überfordert sich selbst und sein Team. Wer strukturiert vorgeht, schafft in überschaubaren Schritten echte Fortschritte.”
Kallfass-Wrap® im Fokus
Sie haben mit dem Kallfass-Wrap® eine neue Verpackungslösung vorgestellt. Was ist der konkrete Unterschied zu bisherigen Verfahren?
“Der Kallfass-Wrap® kann nach unseren eigenen Messungen bis zu 90 Prozent Kunststoff gegenüber klassischen Verbundverpackungen einsparen – bei gleichem Produktschutz. Das ist keine pauschale Aussage, sondern das Ergebnis konkreter Anpassungen an unseren Anlagen, damit trotz reduziertem Kunststoffanteil eine luftdichte und produktsichere Verpackung gewährleistet bleibt.”
Wie unterstützt das Unternehmen bei der PPWR konkret?
“Die europäische PPWR verlangt weniger Verpackungsmaterial und bessere Recyclingfähigkeit. Der Kallfass-Wrap® ist so konzipiert, dass die Komponenten sich automatisch voneinander trennen und somit die Recyclingfähigkeit gegenüber klassischen Verbundverpackungen konkret verbessert. Wer heute schon in diese Technik investiert, erfüllt zentrale Anforderungen der Verordnung, bevor sie greift – statt erst reagieren zu müssen, wenn die Frist da ist.”
Der Kallfass-Wrap® wurde zuletzt auch international ausgezeichnet. Was bedeutet das für Sie?
“Die Auszeichnung mit dem WorldStar Award 2026 in der Kategorie nachhaltige Lebensmittelverpackung ist eine Bestätigung von unabhängiger Seite, dass der eingeschlagene Weg funktioniert. Für uns ist das vor allem ein Signal an die Lebensmittelindustrie: Kunststoffreduktion und Produktsicherheit schließen sich nicht aus.”
Trends & Zukunft
Welche Entwicklungen werden die Verpackungsbranche in den kommenden Jahren am stärksten prägen?
“Neben der Regulatorik sehe ich vor allem die Digitalisierung der Produktionsprozesse und den weiteren Ausbau recyclingfähiger Materialien als zentrale Themen. Wer heute in flexible, nachrüstbare Anlagen investiert, ist für beide Entwicklungen besser gerüstet als jemand, der auf eine Einzellösung setzt.”
Abschluss & Nutzen
Was unterscheidet einen Verpackungsbetrieb, der den Wandel aktiv gestaltet, von einem, der nur reagiert?
“Der eine denkt in Stufenplänen und ist vorbereitet, wenn die nächste Frist greift. Der andere reagiert erst, wenn der Druck von außen kommt – und zahlt dann drauf, weil er unter Zeitdruck schlechtere Entscheidungen trifft. Das ist der Unterschied zwischen Gestalten und Getriebenwerden.”
Welchen Rat geben Sie Unternehmen, die jetzt vor der Entscheidung stehen?
“Fangen Sie an, auch wenn Sie noch nicht alle Antworten haben. Wer jetzt beginnt, seine Materialien und Prozesse zu prüfen, hat einen echten Vorsprung, wenn die Fristen greifen. Wer wartet, hat am Ende weniger Zeit und weniger Auswahl.”
Fazit
Die Verpackungsbranche steht vor einem Umbruch, der Zeit, Investitionen und Know-how erfordert. Jens Kallfass macht deutlich: Wer jetzt handelt statt abwartet, sichert sich einen Vorsprung, wenn die regulatorischen Fristen greifen. Kallfass Verpackungsmaschinen GmbH positioniert sich dabei als Partner, der Unternehmen von der Materialberatung bis zur Serienfertigung begleitet.
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
KALLFASS Verpackungsmaschinen GmbH
Herr Peter Kraft
Siemensstraße 8
72622 Nürtingen
Deutschland
fon ..: +49 (0)7022 607 0
fax ..: +49 (0)7022 607 200
web ..: https://www.kallfass.de/
email : info@kallfass.com
Über Kallfass GmbH
Die KALLFASS Verpackungsmaschinen GmbH mit Sitz in Nürtingen ist ein familiengeführtes Maschinenbauunternehmen, das seit 1967 innovative Folienverpackungslösungen entwickelt und produziert. Das Portfolio umfasst manuelle, halb- und vollautomatische Verpackungsanlagen für unterschiedlichste Branchen – von Industrie und Logistik bis Lebensmittel und Konsumgüter. KALLFASS steht weltweit für Qualität “Made in Germany”, individuelle Systemlösungen sowie ein starkes Service- und Vertriebsnetz.
Pressekontakt:
KALLFASS Verpackungsmaschinen GmbH
Herr Peter Kraft
Siemensstraße 8
72622 Nürtingen
fon ..: +49 (0)7022 607 0
email : info@kallfass.com
AchtungFür den Inhalt des Artikels ist der jeweilige Autor und nicht der Seitenbetreiber verantwortlich. |


