Von Tempelhof nach Westerholt: Wie KI Stadtentwicklung sichtbar machen kann

Wie könnte die Neue Zeche Westerholt im Jahr 2050 aussehen? Der Gelsenkirchener Technik- und Wissenschaftsjournalist Nikolaus Fecht hat eine KI genau das entwerfen lassen.
Den Anstoß gab das Berliner Projekt “Future Feld”. Mit einem KI-Bot können Nutzer beschreiben, wie sie sich die Zukunft des Tempelhofer Feldes vorstellen. Die KI setzt diese Wünsche anschließend in Bilder um. Rund 3.500 Visionen entstanden laut Mitinitiator Max Mundhenke bereits in den ersten Tagen.
Fecht probierte das Experiment selbst aus. Seine Vorgabe: ein demokratischer Ort, an dem Ökologie und Ökonomie im Einklang stehen – mit nachhaltigen Arbeitsplätzen, Wohnraum und Begegnungsstätten für alle. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: viel Grün und Wasser, neue Wohnungen und Arbeitsplätzen, Freizeitangebote – und mittendrin historische Zechenarchitektur.
Andere Nutzer waren erheblich fantasievoller. Die veröffentlichten Entwürfe reichen von Seen und Naturreservaten über eine Gladiatorenarena bis zu dystopischen und postapokalyptischen Landschaften.
“Mich interessiert weniger, ob eines dieser KI-Bilder jemals Realität wird”, sagt Fecht. “Spannend finde ich die Frage, ob generative KI Bürgerbeteiligung anschaulicher machen kann. Nicht jeder kann einen Bebauungsplan lesen – aber fast jeder kann beschreiben, wie er sich sein zukünftiges Stadtviertel vorstellt.”
Westerholt als Experimentierfeld
Fecht übertrug die Idee deshalb gedanklich ins Ruhrgebiet. Sein Kandidat: die Neue Zeche Westerholt an der Grenze zwischen Gelsenkirchen und Herten. Auf dem rund 39 Hektar großen ehemaligen Zechengelände entsteht ein neues Quartier, in dem Wohnen, Arbeiten, Bildung und Freizeit miteinander verbunden werden sollen. Bürgerbeteiligung ist bereits Bestandteil des Planungsprozesses.
Auf Grundlage eines Bildes des heutigen Geländes ließ Fecht die KI eine bewusst freie Vision “Westerholt 2050” entwickeln. Entstanden ist eine grüne Stadtlandschaft rund um die historische Zechenarchitektur – mit Wasserflächen, neuen Wohn- und Arbeitsgebäuden sowie Orten für Freizeit und Begegnung.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um einen alternativen Bebauungsplan. Das Experiment wirft vielmehr eine grundsätzliche Frage auf: Könnte generative KI klassische Bürgerbeteiligung ergänzen, indem sie die Vorstellungen vieler Menschen schnell sichtbar macht und damit die Diskussion über die Zukunft eines Quartiers erleichtert?
Ganz ernst blieb das Experiment allerdings nicht. Fechts Kunstfigur Dr. Erwin Wortreich griff die Idee für das humorvolle Format “Radio Hömma” auf. In dessen Westerholt des Jahres 2050 findet sich auch eine Prognose, für die selbst eine leistungsfähige KI keine Gewähr übernehmen dürfte: Schalke 04 ist wieder Deutscher Meister.
Future Feld selbst ausprobieren:
https://future-feld.de/
Die Zukunftsvisionen ansehen:
https://antonio-bot.ai/
Radio Hömma:
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Die Presseagentur Fecht in Gelsenkirchen ist auf Technik- und Wissenschaftsjournalismus sowie anspruchsvolle PR-Texte spezialisiert. Inhaber Nikolaus Fecht ist Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik und ausgebildeter Journalist. Seit mehr als 30 Jahren schreibt er über technische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.
Zu den Schwerpunkten zählen unter anderem Künstliche Intelligenz, Produktionstechnik, Werkzeugmaschinen, Lasertechnik, additive Fertigung, Mobilität und Energietechnik. Fecht arbeitet für Fach- und Publikumsmedien sowie für Unternehmen und Verbände. Zum Spektrum gehören Fachartikel, Reportagen, Interviews, Presseinformationen, Whitepaper und Kundenmagazine.
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