Werbung wandert in die KI-Antwort: Was Conversational Ads für Unternehmen bedeuten

Wer etwas sucht, bekommt heute oft eine Antwort statt einer Linkliste. Genau dort erscheint jetzt Werbung. Ein Düsseldorfer Online-Marketing-Freelancer erklärt, was das für Unternehmen heißt.
Wer heute eine Frage bei Google oder in ChatGPT eintippt, bekommt immer öfter eine fertige Antwort statt einer Liste blauer Links. Und genau in diese Antworten kommt jetzt Werbung. In der Fachpresse heißt das Conversational Ads. Gemeint sind Anzeigen, die nicht mehr neben dem Ergebnis stehen, sondern mitten im Antworttext, passend zu dem, was jemand gerade gefragt hat.
Die großen Anbieter machen das sehr unterschiedlich. Google blendet in seinen KI-Antworten über den Suchergebnissen bereits Anzeigen ein, bisher aber nur auf Englisch und in zwölf Ländern. Deutschland gehört nicht dazu.
OpenAI zeigt seit dem 9. Februar 2026 Anzeigen in ChatGPT, zunächst nur in den USA. Sie erscheinen in der kostenlosen Version und im günstigen Go-Abo. Wer Plus, Pro oder einen Geschäftstarif hat, sieht keine Werbung. Am 19. August 2026 hat OpenAI angekündigt, die Anzeigen auf 31 europäische Länder auszuweiten, darunter Deutschland und Österreich.
Perplexity macht das Gegenteil. Der Anbieter hat seine Werbung im Februar 2026 wieder abgeschafft und verdient sein Geld nur noch mit Abonnements und Geschäftskunden. Die Begründung: Sobald Werbung in einer Antwort steht, vertrauen Nutzer der Antwort weniger, auch wenn die Anzeige gekennzeichnet ist.
“Für Werbetreibende ist das eine neue Situation”, sagt der Düsseldorfer Online-Marketing-Freelancer Jan Philipps. “Bei Google steht meine Anzeige neben zehn Ergebnissen, und der Nutzer vergleicht. In einer KI-Antwort steht sie mitten in einem Text, der schon eine Empfehlung ausgesprochen hat. Wer dann klickt, kommt mit einer anderen Erwartung.”
Das ändert vor allem eines: Wer aus so einer Antwort heraus klickt, hat die Grundlagen schon gelesen. Er will nicht noch einmal erklärt bekommen, was das Produkt überhaupt ist. Er sucht konkrete Angaben. Was kostet das, was ist enthalten, wer ist mein Ansprechpartner, wann kann ich starten.
Damit rückt etwas in den Vordergrund, das in der Debatte um neue Anzeigenformate meist untergeht: die eigene Website. “Die Anzeige bringt jemanden auf die Seite. Alles andere entscheidet die Seite”, sagt Philipps. “Wenn sie langsam lädt, am Handy hakt oder die wichtigste Information erst im dritten Absatz steht, ist das Geld weg. Egal wie modern die Anzeige war.”
Dazu kommt ein zweiter Punkt. KI-Systeme stützen ihre Empfehlungen auf das, was im Netz über einen Anbieter geschrieben steht. Wer in Fachbeiträgen, Vergleichen und Verzeichnissen mit einem Thema in Verbindung gebracht wird, taucht eher in einer Antwort auf. Daneben kann dann die eigene Anzeige stehen. “Wer nur Anzeigen schaltet und sonst im Netz nicht vorkommt, kauft sich Aufmerksamkeit in einem Umfeld, in dem ihn niemand kennt”, sagt Philipps. “Das geht, ist aber teurer als nötig.”
Kleineren Unternehmen rät er trotzdem zur Ruhe. Die Formate sind neu, die Reichweite ist klein, und in Deutschland lassen sich die ChatGPT-Anzeigen zunächst nicht selbst buchen. Wer jetzt hektisch umbaut, steckt Geld und Zeit in etwas Unfertiges und nimmt beides dort weg, wo heute die Anfragen herkommen. “Erst sichern, was funktioniert, dann in kleinem Rahmen ausprobieren”, sagt er. “Ein kleines Testbudget reicht völlig, sobald es hier buchbar ist. Wer alles umstellt, zahlt Lehrgeld für etwas, das in einem halben Jahr schon wieder anders aussieht.”
Was heute funktioniert, funktioniert nach seiner Erfahrung auch weiter: eine schnelle Seite, verständliche Texte, ein klar sichtbares Angebot und ein einfacher Weg zur Anfrage. Daran ändert die KI nichts. Dazu kommen ein paar Punkte, auf die man die eigene Website jetzt zusätzlich einstellen sollte.
Der wichtigste Punkt ist aus seiner Sicht: Besucher kommen bereits informiert an. Wer vorher eine Antwort gelesen hat, sucht die entscheidende Information und keine Einführung. In seiner eigenen Praxis habe es sich deshalb bewährt, die Fragen früh zu beantworten, die Interessenten ohnehin zuerst stellen. Also was das Angebot umfasst, in welchem Rahmen es preislich liegt, wer der Ansprechpartner ist und wie der nächste Schritt aussieht. Ob das im Einzelfall passt, hänge vom Angebot ab, eine allgemeine Regel sei das nicht. Klare Zwischenüberschriften und echte Antworten auf Kundenfragen helfen dagegen fast immer, dem Besucher genauso wie den KI-Systemen, die den Inhalt auslesen. Das betrifft vor allem Angebote, die Erklärung brauchen, und Käufe, über die man länger nachdenkt. Bei einer schnellen Bestellung ändert sich wenig.
Philipps selbst verfolgt die Entwicklung laufend. “Das Thema bewegt sich gerade jeden Monat, deshalb bleibe ich da dicht dran”, sagt er. “Wichtig ist vor allem, es im Auge zu behalten und sich Schritt für Schritt darauf vorzubereiten, statt es zu ignorieren oder in Aktionismus zu verfallen.” Wer sich dazu austauschen möchte oder Unterstützung sucht, kann sich bei ihm melden.
Weitere Informationen zur Arbeit mit bezahlter Suche unter Google Ads Freelancer und SEA.
Jan Philipps im Netz: LinkedIn (linkedin.com/in/jan-philipps), Instagram (instagram.com/janphilipps.de) und TikTok (tiktok.com/@janphilipps.de).
Quellen und weiterführende Belege:
OpenAI, “Testing ads in ChatGPT”, 9. Februar 2026 (openai.com/index/testing-ads-in-chatgpt/)
OpenAI, “ChatGPT Ads expands across Europe”, 19. August 2026 (openai.com/index/chatgpt-ads-expands-across-europe/)
Search Engine Land, “ChatGPT Ads are expanding to 31 European countries”, 19. August 2026 (searchengineland.com/chatgpt-ads-are-expanding-to-31-european-countries-485468)
Search Engine Land, “Perplexity stops testing advertising”, 18. Februar 2026 (searchengineland.com/perplexity-stops-testing-advertising-469452)
Google Ads-Hilfe, “Anzeigen und AI Overviews” (support.google.com/google-ads/answer/16297775)
Google, “A new generation of ads for the AI era of Search”, Google Marketing Live 2026 (blog.google/products/ads-commerce/google-marketing-live-search-ads/)
Jan Philipps arbeitet seit über zehn Jahren im Online-Marketing. Von Düsseldorf aus betreut er Google-Ads-Kampagnen, übernimmt die Suchmaschinenoptimierung und erstellt Websites. Zu seinen Auftraggebern zählen Selbstständige, mittelständische Unternehmen und Onlineshops. Zum Zeitpunkt dieser Meldung ist er als offizieller Google Partner gelistet (Stand: August 2026).
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Jan Philipps ist selbstständiger Online-Marketing-Freelancer in Düsseldorf. Seit über zehn Jahren übernimmt er für seine Kunden die Suchmaschinenoptimierung, betreut Google-Ads-Kampagnen und erstellt Websites. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchergebnissen, also der Frage, wie Unternehmen in den Antworten von Systemen wie Google AI Overviews, ChatGPT oder Perplexity überhaupt noch vorkommen.
Zu seinen Auftraggebern zählen Selbstständige, Coaches, mittelständische Unternehmen, Agenturen und Betreiber von Onlineshops im Rheinland und bundesweit. Statt Standardpaketen steht am Anfang jeder Zusammenarbeit eine Analyse der Frage, über welche Kanäle tatsächlich Anfragen entstehen und welche nur Budget kosten. Jan Philipps ist Google-Partner-zertifiziert und arbeitet als direkter Ansprechpartner ohne Zwischenebene.
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